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Zum Thema Corona

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Kundinnen warten in Hannover darauf, in einen Discounter eingelassen zu werden. © dpa

Zu den Artikeln „Mehr Wartezeit vor Supermärkten in Mannheim erwartet“ vom 10. Mai und „Jetzt sind die Jugendlichen dran“ vom 15. Mai:

Gut gemeint heißt nicht immer gut gemacht. In allen Supermärkten wird auf die Einhaltung der Corona-Abstände hingewiesen – überwacht wird das nirgendwo. Lediglich in den Wartezonen vor den Kassen gibt es Bodenmarkierungen, die helfen sollen, die Abstände einzuhalten.

Jetzt gibt es wieder Zugangsbeschränkungen wie auch zeitweise im vergangenen Jahr. Mir konnte jedoch bisher niemand erklären, warum sich die Zahl der zugelassenen Kunden nach der Brutto-Verkaufsfläche der Märkte bemisst. Sinnvoller wäre doch eine Bemessung nach der Größe der freien Verkehrsflächen.

Viele Märkte, vor allem Discounter, haben eine wahre Meisterschaft entwickelt, die Verkehrsflächen mit zusätzlichen Verkaufsdisplays und mobilen Regalen vollzustellen, die allein es den Kunden schon schwer machen, einander mit dem gebotenen Abstand auszuweichen. Und jetzt die Zugangsbeschränkungen. Die allerdings werden beim Discounter bei uns um die Ecke so gelebt, dass die Türen zwischendurch ganz geschlossen bleiben, bis fast keine Kunden mehr im Markt sind. Dann wird der Pulk von bis zu 20 Kunden aus der Warteschlange auf dem Parkplatz zusammen eingelassen und knubbelt sich dann im Markt zunächst mal rund um den Obst- und Gemüsestand. Abstände? Fehlanzeige.

Und übrigens: Was mir auch noch keiner erklären konnte, ist der Sachverhalt, dass Supermärkte die ganze Zeit schon ungehindert ihr komplettes Non-Food-Sortiment anbieten können, von der Unterhose bis zu Gartenpflanzen und Sonnenschirm, während die einschlägigen Fachgeschäfte schließen müssen. Das ist für mich nicht nur eine Frage von Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit. Zusätzliche Angebote über die Dinge des täglichen Bedarfs hinaus erhöhen die Verweildauer in den Märkten. Wenn die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, in Innenräumen am höchsten ist, sollte das unterbleiben. Schließlich weisen viele Supermärkte in ihren Aushängen darauf hin, man möge seinen Einkauf zügig erledigen. Sicher alles gut gemeint… Horst Schmitz, Mannheim

Zunächst möchte ich mich als Ältere revanchieren und sage Danke. Danke an die Jugend, die für mich ihre Unbeschwertheit und Leichtigkeit verloren hat.

Danke! Alle Achtung: Mehr als ein Jahr auf all das verzichtet, was Jugend besonders macht. Kein Leben, keine Schule, keine Uni, keine Disco, keine Feten. Und das alles aus Rücksicht auf Ältere.

Oder doch auch aus Rücksicht auf die eigene Gesundheit? Die ältere Generation musste in ihrer Jugend auf ganz andere Sachen verzichten, teilweise noch Krieg, Hunger und Elend erleben. Und das nicht nur für ein Jahr! Ist doch gar nicht so verkehrt, wenn man plötzlich merkt, wie sehr einem etwas fehlt, was man bisher als selbstverständlich erlebt hat. Zum Beispiel wird Schule jetzt zum Lieblingsort!

Und bitte nicht die Jugend aufhetzen mit Behauptungen, dass die doppelt geimpfte Großelterngeneration wieder munter nach Sylt und so weiter reist. Zum Schluss wünsche ich uns allen, dass die Unbeschwertheit und Leichtigkeit der Vergangenheit bald wiederkehrt. Und ihr Jungen denkt daran: Ihr habt doch das ganze Leben noch vor euch! Dagmar Achtstätter, Heddesheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3tWLdbi Originalartikel unter https://bit.ly/3eIUijQ

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