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Politik Zum Rückzug der Truppen aus Afghanistan

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Schutzbedürftige Menschen gehen kurz nach dem Flug aus Kabul zu einem Bus. Die Bundeswehr hat ihre Evakuierungsmission für Deutsche und einheimische Ortskräfte in Afghanistan am vergangenen Donnerstag fortgesetzt. © dpa

Zu Afghanistan und dem Kommentar „Weitsicht gefragt“ vom 21. August:

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Medien und Politik sollten aufhören, weiter an der Legende zu stricken, der Westen habe Afghanistan im Stich gelassen. Die Tatsachen sprechen klar dagegen. Die westlichen Alliierten haben 20 Jahre lang Hunderte von Milliarden Dollar und Euro ins Land gepumpt, die afghanische Armee mit Hightech-Waffen hochgerüstet, nach westlichen Standards ausgebildet und auch gut besoldet. Niemand in Afghanistan hat jetzt gegen die Taliban für sein Land, seine Freiheit oder für die der Frauen und Mädchen im Land gekämpft.

Auch die Errungenschaften der 20-jährigen westlichen Intervention wie die Schulen und Brunnen, die Investitionen in die Infrastruktur wurden nicht mit der Waffe in der Hand verteidigt. Im Gegenteil, sie haben ihre Waffen einfach niedergelegt und sind nach Hause gegangen, beziehungsweise haben ihre Waffen den Taliban feierlich überreicht.

Nun stürmen die Feiglinge die Flieger in Kabul, um sich in ein für sie wohlumsorgtes europäisches Exil zu flüchten. Dabei haben Dutzende GIs und deutsche Soldaten für diese Menschen in Afghanistan ihr Leben gelassen. Frauen waren übrigens nicht darunter. Keine Quoten bei den Toten. Der amerikanische Präsident hat Recht gehabt mit seiner Einschätzung. „Warum sollte ich noch weitere amerikanische Soldaten in den Kampf um Afghanistan schicken, wenn die Afghanen noch nicht mal selbst dazu bereit sind.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nun geben die Medien der Bundesregierung die Schuld, sie habe zu spät gehandelt. Man hätte alles schon früher erkennen können. Na klar. Wie immer sind die Journalisten hinterher am schlauesten. Es besteht kein Zweifel. Für die Menschen kann es dort ein Desaster geben. Aber dieses Risiko ist von den Afghanen selbst eingegangen worden und war so gewollt. Dies sollte man bei der Bewertung von außen und aus der sicheren Distanz berücksichtigen.

Die Aufnahme der aus Afghanistan flüchtenden Menschen ist zweifelsfrei ein humanitärer Akt. Und befände man sich selbst in so einer Situation, wäre man für die Aufnahme und Unterbringung in einem sicheren Land dankbar. Insofern ist der Beitritt der Stadt Mannheim in das bundesweite Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ als ein Akt der Menschlichkeit zu begrüßen.

Sorge bereitet aber die Frage, wo man die Menschen unterbringen kann, denn die Flüchtlingsunterkünfte sind, so der Bericht, nahezu voll belegt. Deshalb wird die Suche der Stadt nach Unterkünften auch die Nachfrage im ohnehin schon knappen Wohnungsmarkt erhöhen und die Mietpreisspirale weiter in die Höhe treiben. Die Wohnungsnot wird sich nicht irgendwann in Wohlgefallen auflösen, sondern zunehmen. Die Taliban werden in Afghanistan an der Macht bleiben, niemand wird zurückkehren, eher werden Angehörige nachkommen.

Hier rächt sich, dass der kommunale Wohnungsbau vernachlässigt wurde, Mieter und Wohnungssuchende zahlen den Preis. Im Interessen aller muss hier schleunigst Abhilfe geschaffen werden!

Die von unserer Regierung nicht rechtzeitig erkannte Notwendigkeit einer großangelegten Rückholaktion aus Afghanistan ist nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite aber wiegt viel schwerer und ist die eigentliche Ursache der derzeitigen Katastrophe: das völlige Versagen der afghanischen Nationalarmee (ANA) im Kampf gegen die zahlenmäßig weit unterlegenen Taliban.

Die von den USA und ihren Verbündeten langjährig ausgebildete und hochgerüstete afghanische Armee gab gegen einen schwachen Gegner größtenteils kampflos auf. Mit AK47-Gewehren auf Mopeds eroberten die Taliban das Land zurück! Wie konnte so etwas passieren? Wahrscheinlich waren die afghanischen Soldaten – ohne gemeinsame Wertvorstellungen und über die Zukunft des Landes untereinander zerstritten – vollkommen überfordert. Auch waren die korrupten Offiziere, die als erste die Waffen niederlegten, kein Vorbild für die Soldaten, und so war das Desertieren an der Tagesordnung.

Wenn aber keine Kampfbereitschaft vorhanden ist, dann kann auch ein schwacher Gegner schnell und einfach siegen. US-Generalinspekteur John Sopko schrieb in seinem Bericht für den US-Kongress, dass die hoch entwickelten Waffensysteme über die Fähigkeiten der in weiten Teilen analphabetischen und schlecht ausgebildeten Soldaten hinausgingen.

Nein, nicht der Westen hat Afghanistan im Stich gelassen, wie jetzt ein Afghane im „MM“ behauptete, sondern die afghanische Nationalarmee hat ihr Volk im Stich gelassen und ist für die jetzige Situation verantwortlich! 20 Jahre haben die NATO und ihre Verbündeten versucht – also auch Deutschland – Afghanistan auf allen möglichen Gebieten zu helfen und es langsam zu einem demokratischen und gegen Terroristen wehrhaften Staat umzubilden, doch leider war alles vergeblich. Nicht unsere Regierung ist schuld am jetzigen Desaster, sie hat nur nicht erkannt, dass die afghanischen Soldaten einfach nicht bereit sind, gegen die Taliban zu kämpfen.

Es ist unglaublich. Zunächst dachte ich, es kann ja nicht wahr sein. Die Truppen der westlichen Nationen verlassen Afghanistan und die Menschen dort überlässt man ihrem Schicksal. Dann die Kehrtwende: Irgendwie können wir uns ja nicht völlig der Verantwortung entziehen und versuchen jetzt unter chaotischen, ungeplanten Umständen zu retten, was noch zu retten ist. Es ist ein beschämendes Bild, was hier unsere verantwortlichen Politiker abgeben.

Der Abzug war terminiert, warum konnte man die Evakuierungen nicht unter geordneten Bedingungen vor dem Abzug der Soldaten durchführen? War und ist man viel zu sehr mit dem Wahlkampf beschäftigt? Zahlreiche Aufenthalte in Afghanistan haben mir gezeigt, dass vor allem die junge Generation bereitsteht, ein neues Land aufzubauen. Diese Generation steht vor dem Nichts und einer Zukunft unter schlimmsten Repressalien. Minister Maas beabsichtigt mehrere Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, um vor allem im Bildungsbereich weitere Unterstützung zu ermöglichen. Wer bitte soll denn diese Mittel verwalten beziehungsweise verteilen?

Die Arbeitsverträge für die Ortskräfte beinhalten als Gerichtsstand Bonn. Geht es denn noch zynischer? Müssen jetzt alle im Land verbliebenen Ortskräfte klagen, um die Chance auf einen Gerichtstermin in Bonn zu erhalten? Ich erwarte, dass die Verantwortlichen für diese Desaster Konsequenzen ziehen und nicht die Unverschämtheit haben werden, gegebenenfalls nach der Bundestagswahl weiterzumachen, als wäre nichts geschehen.

Selten so einen unsinnigen und einseitigen Kommentar gelesen wie den von Frau Wazulin. Wohl nur muslimische Politiker aus Mannheim wollen, dass Mannheim noch mehr Flüchtlinge aus Afghanistan aufnimmt. Obwohl Deutschland über zwölf Milliarden Euro in 20 Jahren für Afghanistan ausgab, 20 Jahre das afghanische Militär ausbildete und gut bezahlte, ließen sie feige alle errungenen Werte im Stich und die Waffen fallen. Anstatt die mörderischen islamistischen Taliban anzuklagen und zu benennen, werden in Deutschland den Bürgern noch Schuldgefühle eingeredet für das Vollversagen der afghanischen Armee.

Österreich sagt: Illegale Migration, die durch ein Dutzend sichere Länder verläuft und wo sich Migranten ein Zielland einfach aussuchen (am Flughafen Kabul), diese Migration muss gestoppt werden. Wenn ein Afghane einem Deutschen einen Tee servierte, ist er schon als eine Art Ortskraft berechtigt, nach Deutschland zu kommen. Das sind Vorteilssucher einer Fremdkultur, die nicht bereichert, sondern sich unberechtigt selbst bereichern will. Aber so schafft sich Deutschland, wie Herr Sarrazin richtig vorhersagte, einfach ab. Dank der deutschen Politik in ihrem Wolkenkuckucksheim der Illusionen und dank deutscher Journalisten, die unkritisch die Regierungsmeinung einfach in Beton gießt.

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Bernhard May
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2UPyoEd 

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