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Zum Rücktritt des Generalvikars

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Der Generalvikar des Bistums Speyer, Andreas Sturm, (47) hat seine Ämter niedergelegt und tritt als Priester in die Altkatholische Kirche über. © edp/BistumSpeyer

Zum Artikel: „,Hoffnungslos’: Generalvikar tritt zurück“ vom 14. Mai:

Generalvikar Sturm ist kein „Revoluzzer“, auch nicht „in Sachen Missbrauch“. Opfer darauf hinzuweisen, dass die beschriebenen Übergriffe ja beanzeigt werden könnten, „wenn sie wahr seien“, wie er es mir riet, passen nicht zu dem medial verbreiteten Image, mit dem er seine verloren gegangene Hoffnung in einer neuen Kirche sucht, die viel verspricht, aber hinter diesen Ansprüchen gerade in Umgang mit dem eigenen Personal zurückbleibt.

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Offensichtlich hat Herr Sturm es sich nicht leicht gemacht und mit sich gerungen – wie es so vielen Katholiken seit Langem schon geht. Viele Menschen vor ihm haben bereits diesen Schritt getan, aber wie chaotisch müssen die Zustände erst hinter den Kulissen sein, wenn ein hochrangiger Insider diesen Schritt öffentlich macht?

Da braust ein Sturm in Kirchenkreisen, ich stimme dem Kommentator Stephan Alfter zu, da wüsste ich auch gerne mehr. Schon die Bücher von Andreas Englisch über Hintergründe und Interna aus Rom sind authentische „Krimis“ und äußerst aufschlussreich, so verspricht nun auch das angekündigte Buch von Sturm gewisse Hochspannung.

Seine Entscheidung hat ja wohl nichts mit dem eigentlichen Glauben zu tun, wie bei vielen anderen Gläubigen auch. Es ist eine Reaktion auf die unerträglichen Zustände innerhalb der Organisation Katholische Kirche. Der anhaltende Machtmissbrauch der Kirchenoberen, die Ignoranz der Bedürfnisse und Änderungsforderungen der Basis, die zahlreichen Gutachten mit ihren Phrasen zur angeblichen Aufarbeitung der Missstände, halbherzige synodale Wege – was muss die breite Masse sich noch gefallen lassen? Da bleibt so Manchem nur „Jetzt reicht’s!“

Was mich jetzt aber gewissermaßen entsetzt, ist die Nachricht, dass Bischof Wiesemann doch tatsächlich nach der Bekanntmachung des Rücktritts im wahrsten Sinne des Wortes noch „einen draufsetzt“, indem er Herrn Sturm umgehend exkommuniziert. Ist Kritik und Machtverlust in Kirchenkreisen so schmerzhaft, dass ihm nichts Besseres einfällt, als noch hinterherzutreten? Das hat ein Geschmäckle von lächerlichem Sandkastengehabe und bestätigt nur den momentanen desaströsen Zustand der Kirche.

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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3PEMArm

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