Leserbrief Zum Kulturbeirat Bürstadt: "an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten"

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Leserbrief zum Bericht „Comedy und Fastnacht in einem gemeinsamen Flyer“

Wie tief muss der Kulturbeirat der Stadt Bürstadt eigentlich noch sinken? Fast zwei Jahrzehnte galt die Programmgestaltung in der Region als herausragend. Gallionsfiguren der deutschen Comedyszene wie Sascha Grammel, Bülent Ceylan, Urban Priol oder Hagen Rether zählten zu den heftig umjubelten Künstlern im meist ausverkauften Bürgerhaus. Dazu wurden immer wieder Neuentdeckungen oder Bands der Extraklasse wie die Höhner oder Salut Salon geboten, die das Programm so einzigartig machten.

Doch was ist davon geblieben? Das gerade von der neuen Leitung vorgestellte Programm für 2023 ist ein Abgesang der städtischen Kulturarbeit! Nach mehreren Flops und Absagen in 2022 mit dem Höhepunkt des ernüchternden Open-Airs im Herbst (!) mit Barbara Ruscher aufgrund organisatorischer Fehlplanung und Besuchermangel, ist das Angebot für das kommende Jahr an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Eine weitere Wiederholung des Kikerikitheaters, des Pfarrerkabaretts, dazu ein Shantychor.

Der Ruf als Kulturhochburg im Ried ist damit wohl endgültig dahin, die Kulturarbeit wird systematisch an die Wand gefahren. Die Aussagen des Vorsitzenden Weinz und der Verwaltungskraft Heiser zeugen nicht gerade von Kompetenz. „Und wir wollten niemanden mit einem Programm, das bereits in Bürstadt zu sehen war“ gibt die unwissende Verwaltungskraft von sich. Das Kikerikitheater hat genau dieses Programm bereits in Bürstadt gespielt.

Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf. Doch zumindest scheinen genügend Beistelltische vorhanden zu sein, um den Saal im Bürgerhaus künftig zu füllen. Ist das die Philosophie der Stadt, zumal die Fehlplanungen im Kultursektor die Stadtkasse und damit uns als Steuerzahler nicht unwesentlich belasten? Dann doch besser, den Laden ganz dicht machen und die Mittel an anderer Stelle einsetzen, wo sie gebraucht werden.

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Christiane Deckstein
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