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Zum Krieg in der Ukraine

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Blick auf beschädigte Fahrzeuge und Gebäude im Stadtzentrum von Charkiw.

Zum Thema Ukraine:

Schon über hundert Jahre haben wir auf der Welt durch Russland Unruhen. Alles Böse kommt aus dem „Kreml“ in Moskau. Kolonien hatten mehrere Staaten – es entstanden freie Staaten. Nur Russland ist noch ein Koloniestaat. Diese sogenannte Russische Föderation ist der Rest von Kolonialismus auf der Welt. Da müssen freie Staaten entstehen, frei von Moskau. Nur dann wird Frieden auf der Nordseite unserer Erde sein.

Die erste Stufe ist geschehen, die sogenannte UdSSR ist verschwunden, die zweite muss kommen. Das „Krebsgeschwür Kreml“ muss weg. Die Demonstrationen bringen nichts. Nur wenn das Ungeheuer an die Wand gedrückt wird, wird es zum Frieden kommen. Jetzt helft doch endlich! Mit Worten kommt man nicht weiter. Wacht endlich auf! Wir glaubten alle, dass es zu einem solchen Zustand nicht kommen wird, aber es war eine Illusion. Der Feind treibt seine böse Sache, und die Welt schaut zu! Schande.

Über Julia Emmrichs Kommentar zur Opferrolle der aus der Ukraine flüchtenden Frauen kann ich nur den Kopf schütteln. Ja, sprechen Sie Punkte an, bei denen sich Frauen benachteiligt fühlen, aber springen Sie nicht auf jedes Thema auf, das sich Ihnen vermeintlich bietet. Ja, es stimmt, die meisten Kriege werden von Männern beschlossen, aber das hat eher etwas mit der traditionellen Rolle der Frauen zu tun als mit dem Geschlecht.

Frauen wie Maria Theresia, Margret Thatcher oder Golda Meir, um nur drei zu nennen, riefen sehr wohl zu den Waffen, wenn sie die Interessen ihres Landes bedroht sahen und sie Machtpositionen innehatten. Nichts deutet darauf hin, dass Frauen friedlicher, besser oder ethischer handeln würden. Das zeigt sich jedem im Alltag. Frauen sind nicht die besseren Menschen!

Ja, Sie haben recht, flüchtende ukrainische Frauen sind Kriegsopfer, aber Sie unterschlagen, dass ihre Männer in der Ukraine verbleiben; nicht um dort Skat oder Fußball zu spielen, sondern um mit ihrem Leib und Leben ihre Heimat zu verteidigen, während sie ihren Frauen die Möglichkeit geben, sich mit den Kindern in Sicherheit zu bringen. Lassen Sie bitte diese pauschalen Angriffe auf das männliche Geschlecht. Als Mann fühle ich mich allmählich von feministischen Kommentaren wie dem Ihren nicht nur irritiert, sondern auch gedisst. Manche Beiträge in den Medien grenzen schon fast an Volksverhetzung – in diesem Falle gegen Männer im Allgemeinen.

Frau Emmrich beklagt in ihrem Kommentar zu Recht das Schicksal der ukrainischen Frauen, die durch Putins Krieg aus ihrem gewohnten Leben gerissen werden. Aber der Unterton – hier Männer als Täter, dort Frauen als Opfer des Krieges – ist unangemessen. Sind die ukrainischen Männer, die ihre Heimat auch mit ihrem Leben verteidigen, etwa besser dran? Sind die Frauen, die teetrinkend medienwirksam im Fernsehen Putins verqueren Geschichtsklitterungen andächtig lauschen, auch Opfer? Führen nur Männer Kriege?

Erst in zwei russisch-türkischen Kriegen wurden große Teile der Südukraine und 1783 die Krim für Russland erobert. Diese Kriege führte ausgerechnet eine Frau: Zarin Katharina die Große. Ein neueres Beispiel gibt es auch: Frau Margret Thatcher und der Falklandkrieg. Im Krieg wird die Zuordnung zu Tätern und Opfern nicht durch das Geschlecht, sondern durch das Völkerrecht und durch individuelles Verhalten bestimmt.

In diesem Krieg sollten wir deshalb insbesondere zwischen chauvinistischen und faschistoiden Russ*inn*en als Täter*innen und friedliebenden, demokratisch gesinnten Russ*inn*en und vor allem Ukrainer*innen als Opfern unterscheiden. Die Opfer der Frauen werden dabei durch Frauenrollen bestimmt. Die Opferrolle der Männer ist im Krieg häufig anders, aber ist sie deshalb leichter zu ertragen? Wer besteht dabei noch auf Gleichberechtigung?

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