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Zum Krieg gegen die Ukraine

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Blick in einen verwüsteten Raum einer Schule in Charkiw. Die Grundschule dient als Unterschlupf, vor allem für ältere Frauen, während der russischen Invasion.

Zum Thema Ukraine:

Als ich die Leserbriefe zum Ukrainekrieg gelesen habe, bin ich regelrecht erschrocken über die „Meinungen“ die ich dort vertreten sah. Natürlich lässt es sich mit genügend Sicherheitsabstand zur Front besser philosophieren, als wenn man im Bombenkeller selbst die Einschläge hört, aber einige Aussagen lassen mich doch wirklich an den Menschen zweifeln.

Putin hat in den letzten zwei Monaten die letzten 30 Jahre Arbeit seit Ende des Kalten Krieges mit einem Schlag zunichtegemacht. Das zeigt uns, dass dieser Mann kein Interesse an „Diplomatie“ und geschweige denn an globaler Zusammenarbeit hat. Mit so jemanden kann man nicht mehr diskutieren, denn was gibt einem die Sicherheit, dass er sich an die Vereinbarung hält? Nichts mehr, denn das Vertrauen ist zerstört worden und Putin gibt deutlich zu verstehen, dass er kein Interesse an realen Verhandlungen hat.

Trotzdem wird in den Leserbriefen laut nach „Diplomatie“ und „Kompromissen“ geschrien. Was sollen das denn für Kompromisse sein? Kompromisse zur Staatssouveränität. Kompromisse zu Menschenrechten? Zur Demokratie und Meinungsfreiheit? Wenn auf Putins Forderungen eingegangen wird, werden damit alle westlichen Werte, auf die gerade die Deutschen sich so berufen, verraten. Das ist kein reiner Krieg um Land, das ist ein Krieg, der entscheidet wie wir mit Herrschern umgehen, die unsere Werte mit Füßen treten, denen das Überleben und der Fortschritt der gesamten Weltbevölkerung egal ist. Die ein veraltetes und zerstörerisches Weltbild vertreten. Mit dem Handeln in diesem Krieg legen wir fest, für was wir stehen wollen.

Mir ist es fremd, wie man auch nur auf die Idee kommen könnte, sich auf Russlands Seite in dieser Diskussion zu stellen. Auch hat mich die Aussage zu den Flüchtlingen aus anderen Ländern doch sehr erschreckt. Den Afghanen vorzuwerfen, dass sie ja selbst Schuld seien an der Übernahme der Taliban, ist auf so vielen Ebenen einfach nur widerlich. Das gleiche Argument könnte man dementsprechend auch für die Ukraine anwenden, die ja selbst schuld ist, dass sie von Russland überfallen worden ist.

Es herrscht in Afghanistan und Syrien und in so vielen anderen Ländern ebenso Krieg wie in der Ukraine. Es ist zwar richtig, dass der Ukrainekrieg uns dringender betrifft als andere und schnelles Handeln erfordert, aber die Diskussion über die ungleiche Behandlung von Flüchtlingen ist eine, der wir uns ebenso stellen müssen, denn sie hinterfragt berechtigt nach unseren Auswahlkriterien. Von bloßen Wirtschaftsflüchtlingen zu sprechen ist die wahre Diffamierung. Ich hoffe sehr, dass diese Seite an Leserbriefen nicht die einzigen Meinungen zum Krieg darstellt, denn das fände ich zutiefst beschämend.

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht eine reale Gefahr für den Ausbruch eines Dritten Weltkrieges. Die Ursachen für einen möglichen Ausbruch sieht er allerdings auf der falschen Seite. Er verkennt, dass es Russland war, das vor über zwei Monaten einen Krieg gegen die Ukraine vom Zaun gebrochen hatte. Schon im März 2014 wurde die ukrainische Halbinsel Krim von Russland annektiert.

Lawrow kann nicht nachvollziehen, dass die von Russland mit einem Krieg überzogene Ukraine Hilfe aus dem Westen erhält. Sind wir Nachbarn nicht zumindest moralisch zur Hilfe verpflichtet? Sollen die Nachbarländer nur Zuschauerfunktion einnehmen? Damit machen wir uns doch mitschuldig! Gibt es angesichts der von russischer Seite eingesetzten Brutalität, ihrer Morde an Kindern und Frauen, ihrer Vergewaltigungen und Folterungen überhaupt Bedarf an einer Verhandlungslösung?

Um es auf den Punkt zu bringen: Der von Putin beschönigend als „militärtechnische Spezialmaßnahme“ bezeichnete Krieg gegen die Ukraine könnte in einen Dritten Weltkrieg münden. Unabdingbar ist, dass Russland umgehend seine verbrecherischen Kampfhandlungen einstellt und die russischen Truppen das ukrainische Territorium vollständig verlassen. Erst dann kann wieder Frieden einkehren. Danach aber müssen die Ursachen für diesen Krieg aufgearbeitet, die unzähligen Schäden beseitigt, und die Kriegsverbrechen vor dem UN-Tribunal verhandelt werden.

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Johann Kose
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Ein Vorschlag meinerseits: Die westlichen Regierungen sollen das „eingefrorene“ Vermögen der Russen (vor allem das gestohlene und geraubte Gut der Oligarchen), sowie die Latifundien und Luxusjachten mit 180 Meter Länge (die 600 Millionen Dollar kosten) beschlagnahmen, verkaufen und all die Milliardenbeträge, die sich daraus erlösen lassen, an die ukrainische Regierung übergeben, um das von den Russen zerstörte Land wieder aufzubauen.

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