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Zum Fahrradunfall in Seckenheim

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Bahnschienen und verengte Straßen passen nicht zum Fahrradfahren. Deshalb wünschen sich viele Mannheimerinnen und Mannheimer ein bessere Verkehrssituation.

Zum Artikel „Tempo 30 jetzt das Mindeste“ vom 5. Mai:

Es sollte mittlerweile allgemein bekannt sein: In der Seckenheimer Hauptstraße ist Fahrradfahren ein gefährliches Abenteuer. Rechts von den Schienen wenig Platz, im Bereich der Haltestellen so wenig, dass man zwischen die Schienen wechseln muss. Das Ergebnis der Neugestaltung der Hauptstraße. Unglaublich in einer Stadt, die sich Fahrradstadt nennt und als besonders progressiv versteht in puncto Verkehrswende.

Es war voraussehbar, dass es Unfälle, auch schwere, geben würde, und das ist dann auch eingetreten, wie im Artikel berichtet, anhand des schweren Unfalls einer jungen Frau, die dabei noch Glück hatte, weil sie vom folgenden Wagen nicht überrollt wurde. Von Anfang an gab es Initiativen, um die Stadt zu veranlassen, diesen gravierenden Fehler – bei der Planung in heutigen Zeiten keinen Moment an den Radverkehr zu denken – zu beheben. Ohne jeglichen Erfolg.

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Angefangen bei einer Initiative von Wolfgang Raufelder, dem verstorbenen Grünen-Stadtrat, Bei der auch der evangelische Pfarrer Herr Krüger aktiv teilgenommen hatte, den es dann später auch „erwischt“ hat mit mehreren Brüchen. Die einzige Resonanz – von Stadtrat Eisenhauer: Die Hauptstraße ist kein Unfallschwerpunkt. Das ist eine unglaubliche Lüge und Unverschämtheit, zum Hohn derer, die es schwer getroffen hat. Nur weil die Polizei nichts unternehmen kann oder will, weil ein Unfallgegner fehlt.

Das klingt so, als ob es keine Verantwortlichen gäbe. Aber die gibt es: Diejenigen, die sehenden Auges diese Situation geschaffen haben. Nur kann man sie nicht zur Verantwortung ziehen. Das Mindeste wäre, bevor eine sinnvolle Änderung erfolgt, diesen Bereich der Hauptstraße sofort für Fahrräder zu sperren – aber das wäre ja ein offenes Eingeständnis des städtischen Versagens. Es müsste eine Umleitung ausgeschildert werden, zum Beispiel über den Hunsrück – aber auch das geschieht nicht. Nichtstun ist am einfachsten – weil es ja keine Sanktionen gibt.

Wolfgang Buchholz, Mannheim

Eine Fahrradfahrerin fährt durch die Seckenheimer Hauptstraße, biegt nach links ab, um in eine Seitenstraße einzubiegen. Sie gerät dabei in eine Straßenbahnschiene, stürzt und verletzt sich am Arm. Ein Autofahrer stoppt und kümmert sich um sie. Wie ist diese Situation zu bewerten? Die Reaktion zielt auf den Autoverkehr. Der Autofahrer war nicht am Unfallgeschehen beteiligt! Die Beteiligten waren Frau, Fahrrad und Schiene. Es bestand kein ursächlicher Zusammenhang mit einem Auto. Dennoch musste das Feindbild „Autoverkehr“ bei Berichterstattung, Kommentar und der „Radstark“-initiative gepflegt werden.

Die Kritik auch am „MM“ sei mir als langjähriger Abonnent erlaubt. Hier wurde im Übereifer bei der Bekämpfung des Autoverkehrs ein Zusammenhang vermittelt, der in keiner Weise bestand. Auslöser des Sturzes war eine Unaufmerksamkeit und eine gefährliche Verkehrssituation durch die Infrastruktur des Schienenverkehrs. Der Hinweis auf eine prinzipielle Gefährdung durch den nachfolgenden Autoverkehr ist nicht schlüssig. In dieser Situation wäre eine Straßenbahn gefährlicher gewesen, da sie keine Chance gehabt hätte, seitlich auszuweichen.

Dass es Fahrradfahrer nervös macht, wenn ein Auto „vorbeirast“ ergibt keinen Sinn, denn das Vorbeirasen einer Straßenbahn ist hier gleichwertig. Eine Umwandlung von Parkraum zum Radweg würde die Gefahrenquelle „Schiene“ bei der Straßenüberquerung nicht entschärfen. Ich möchte gegenüber der Fahrradfahrerin nicht überheblich wirken.

Mir ist vor Jahren dasselbe Missgeschick passiert. Im Feierabendverkehr! Ich hatte Glück, dass ich nicht vom nachfolgenden Verkehr überfahren wurde. Doch ich sah ausschließlich bei meinem eigenen Fahrfehler die Ursache und nicht an den Verkehrssystemen „Auto“ und „Straßenbahn“. Ich hätte tot sein können. Noch bei meinem letzten Atemzug wäre mir jedoch bewusst gewesen, dass ich selbst für mein frühes Ableben verantwortlich gewesen wäre.

Berichterstattung, Kommentar im „MM“ und auch die Reaktion von Fahrradfreunden wären zu diesem Zeitpunkt sicherlich völlig anders ausgefallen. Ich wünsche mir auch beim Thema Klimaschutz mehr Bodenhaftung der Akteure. Mit der Spaltung der Mannheimer Bürgerschaft – insbesondere beim Thema Mobilität – gewinnt man für die Zielsetzung „Klimaneutralität 2030“ keine Zustimmung, sondern Ablehnung.

Bernd Daub, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3yFrzXA

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