Nahost-Konflikt Zu Israel und Palästina

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Das Archivbild zeigt eine Kundgebung am 16. Mai in Mannheim: Insgesamt versammelten sich mehr als 300 Personen im Ehrenhof, um ihre Solidarität mit Israel zum Ausdruck zu bringen. © Markus Mertens

Zur Berichterstattung über den Konflikt im Nahen Osten:

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In der Berichterstattung des „Mannheimer Morgen“ über die Eskalation im Nahen Osten ist mir aufgefallen, dass jegliches Mitgefühl mit der palästinensischen Bevölkerung fehlt. In Gaza und der Westbank leben die Menschen seit Jahrzehnten unter israelischer Militärverwaltung. Sie haben keine Heimat und keinen Pass und müssen ständig Kontrollen erdulden. Laufend werden Familien aus ihren Häusern und von ihrem Land vertrieben, um die israelischen Siedlungen, die sich durch die ganze Westbank ziehen, zu erweitern.

Selbstverständlich müssen wir die Angst der israelischen Bevölkerung und ihren Wunsch nach Frieden erst nehmen. Aber Frieden wird in der Region erst möglich sein, wenn alle Menschen gleiche Rechte haben, das heißt eine Staatsbürgerschaft für die palästinensische Bevölkerung. Warum nicht ein säkularer gemeinsamer Staat für alle Bewohner*innen, egal ob sie jüdisch, muslimisch, christlich oder sonstigen Glaubens sind?

Eleonore Dalkner, Mannheim

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Eine treffende Bezeichnung für eine böse Sache: die Judenfeindschaft vieler Flüchtlinge aus dem arabischen Raum. Sie ist ebenso inakzeptabel wie die leider auch bei vielen Einheimischen verbreitete Judenfeindschaft. Sie ist aber auch – zunächst – erklärbarer als diese. In den arabischen Ländern werden Juden mit Israelis gleichgesetzt. Israel aber ist für sie der Erzfeind.

Ein am Ende der leidvollen Kolonialzeit mit Hilfe des Westens auf überwiegend arabischem Territorium geschaffenes, neues koloniales Gebilde. Ein Land, gegen das man fünf Kriege verloren hat, weil es vom Westen unterstützt wurde. Ein Land, das mit seiner Siedlungspolitik brutal die Palästinenser verdrängt und eine einvernehmliche Friedensregelung unmöglich macht. Ein Land, das neuerdings in Ost-Jerusalem sogar alteingesessene arabische Hausbesitzer zugunsten jüdischer Bürger enteignet.

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So sehen viele arabische Flüchtlinge Israel, das heißt die Juden. Es ist eine teilweise einseitige Perspektive, in den Schulbüchern angelegt und immer wieder aufgeheizt durch Propaganda. Sie ist sehr wirkmächtig. Ganz falsch ist sie nicht. Auf das neutrale bis freundschaftliche Verhältnis, das die weit überwiegende Mehrheit und alle politischen Parteien bei uns zu Israel unterhalten, sind Flüchtlinge in der Regel nicht eingestellt. Es bedeutet für sie ein ganz anderes Weltbild, macht einen Paradigmenwechsel erforderlich, ist also schwierig.

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Was wir auf jeden Fall von den Flüchtlingen erwarten, ist eine sorgfältige Trennung von Israelkritik und Judenfeindschaft und Abstinenz von der Teilnahme an judenfeindlichen Demonstrationen und Attacken. So wie wir das von allen anderen Bürgerinnen und Bürgern erwarten.

Manfred K. Nagler, Mannheim

Ganz herzlichen Dank an Lisa Wazulin und an den „Mannheimer Morgen“ für diesen wichtigen, aussagekräftigen und detaillierten Artikel, der eine enorm dringende Sicht in der sonst so einseitigen Darstellung der aktuellen erneuten Eskalation in Israel/Palästina darstellt. Es spricht für Sie, dass Sie in der derzeit so aufgeheizten Stimmung mit fast ausschließlich palästina-feindlicher Berichterstattung den Mut haben, einem anderen Blickwinkel zum Ausdruck zu verhelfen.

Dass es Mut braucht, einen solchen Artikel zu veröffentlichen, ist schon schlimm genug und eine Katastrophe für eine Demokratie. Sie haben damit der Meinungsvielfalt, der Pressefreiheit und der Versöhnung einen großen Dienst erwiesen! Danke!!

Damaris Köhler, Mannheim

In der Nachfolge der eindeutig antisemitischen Vorfälle auf der Pro-Palästina-Veranstaltung hat die Muslimische Hochschulgruppe der Universität Mannheim eine wissenschaftliche Veranstaltung durchgeführt und mehrere Verbände haben sich distanziert. Dies ist absolut lobenswert. Verstörend allerdings der Hinweis, es hätte sich bei der Veranstaltung nicht um Söhne Mannheims gehandelt und das Ganze hätte mit dem konservativen Islam nichts zu tun.

Selbstverständlich gibt es auch in der Metropolregion muslimisch geprägte parallelgesellschaftliche Strukturen. Warum sollte das auch anders sein als in anderen Teilen Deutschlands? Das stimmt auch dann, wenn es von der AfD behauptet wird. Wenn man den Begriff der Leitkultur ablehnt, der von dem Politologen Bassam Tibi 1996 vorgeschlagen wurde, landet man beim Verfassungspatriotismus und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Der islamkritische Politologe Hamed Abdel-Samad, der unter Polizeischutz steht, ist ein entschiedener Verteidiger der liberal-demokratischen Werte. Er stellt faktenreich und argumentativ überzeugend fest, dass bei sehr vielen muslimischen Mitbürgern die Integration weitestgehend gescheitert ist.

Eine unheilige Allianz von konservativem Islam, türkischem Nationalismus und kriminellen arabischen Clans bestimmt die Geschehnisse in vielen Migrantenvierteln und prägt auch antisemitische Tendenzen. Das sind Fakten und die muss man benennen, wenn man etwas verändern will. Damit werden weder Ressentiments geschürt, noch Öl ins Feuer gegossen, wohl aber wird darauf hingewiesen, dass gewisse Prinzipien in Deutschland nicht verhandelbar sind.

Homosexualität ist keine Sünde oder eine Krankheit, Mohammedkarikaturen sind eine Selbstverständlichkeit, Hamas ist eine Terrororganisation und negative Religionsfreiheit ist die Grundlage unseres Zusammenlebens. Wer den Koran und die Scharia über das Grundgesetz stellt, ist ein Verfassungsfeind und stört das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Eine der Folgen des Entstehens der Parallelgesellschaft auch in Mannheim mussten wir vor wenigen Wochen zur Kenntnis nehmen.

Ralf Kissel, Ludwigshafen

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