Zu den Klimaaktivisten

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Klimaaktivisten sitzen mit ihren Händen zusammengeklebt auf einer Straße in Berlin. Sie demonstrieren gegen die Klimapolitik der Bundesregierung. © Jörg Carstensen/dpa

Zum Thema Klimaaktivisten:

Nein, das hat nichts mehr mit zivilem Ungehorsam zu tun, wenn die Klima-Kleber fremdes, wertvolles Eigentum beschädigen oder den Flugverkehr lahmlegen. Das sind Straftaten! Man könnte fast annehmen, dass die Corona-Pandemie auch das Gehirn einiger Menschen angegriffen hat. Warum kleben sie sich nicht auf der Rollbahn des ehemaligen Flugplatzes Tempelhof an? Dort werden sie auch von viel Publikum gesehen, aber sie schädigen niemanden.

Wir sollten uns immer wieder darüber klar sein, dass politische Entscheidungen in einer Demokratie nur durch Mehrheiten im Parlament erreicht werden können, und dass sich eine Regierung nicht von irgendwelchen Aktivisten erpressen lassen kann. Sie sollten und müssen versuchen, zu überzeugen, aber nicht auf diese Art und Weise, die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird.

Die Klimakrise ist aber nur das eine große Problem, das den Bestand von Flora, Fauna und Homo sapiens gefährdet. Die andere, vielleicht noch größere Gefährdung, ist das fortschreitende Wachstum der Weltbevölkerung, besonders in Afrika. Jedes Jahr kommen etwa 66 Millionen Menschen hinzu! „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde“ (Genesis 1,28) ist vermutlich das einzige göttliche Gebot, das befolgt wurde.

Dauerte es von 1650 bis 1850 noch 200 Jahre, bis aus 500 Millionen eine Milliarde wurde, so ging es danach immer schneller. Bis 1927 waren es nur noch 77 Jahre, um die Erdbevölkerung auf zwei Milliarden Menschen zu verdoppeln. Kürzlich wurde die Anzahl von acht Milliarden erreicht, und von der angestrebten „Erhaltungsrate“ (zwei Kinder pro Frau) ist man in Afrika weit entfernt. Wenn es in diesem Tempo weiter geht, dann gibt es bald weltweite Kämpfe um Wasser, Nahrung und Energie. Und dann?

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Eginhard Teichmann
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Demonstranten, die sich auf die Straße kleben, sollten jetzt ins Gefängnis geklebt werden, weil es ja nicht erlaubt ist, sich auf die Straße zu setzen. Am Dienstag, den 29. November, sind wir deswegen nirgends durch die Stadt gekommen. Dadurch konnten wir auch unseren Termin leider nicht erreichen.

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Peter und Brigitte Reginek
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Völlig losgelöst von der Bewertung, ob Sitzblockaden ein geeignetes Mittel sind, um gegen die Tatenlosigkeit angesichts der Auswirkungen des Klimawandels zu demonstrieren, verwundert in dem Leserbrief von Herrn Zimmermann die Aussage, dass es sich bei derartigen Demonstrationen keineswegs um „zivilen Ungehorsam“, sondern um von Regierung, Medien und leider auch Justiz gebilligte und darüber hinaus geförderte Straftaten handele. Dieses unreflektierte Einschlagen auf unsere Verfassungsorgane aus Gründen der Unzufriedenheit mit bestimmten Abläufen erlebt man leider immer häufiger.

Meistens schwingt bei derartigen Aussagen unterschwellig mit, dass wir nicht mehr in einer Demokratie leben. Wenn es sich bei Sitzblockaden, wie von Herr Zimmermann behauptet, tatsächlich um Straftaten handeln würde, dann wird das von der Regierung und der Justiz weder gebilligt noch gefördert. Was für ein Rechtsverständnis muss jemand haben, der das Gegenteil behauptet.

Die Beurteilung, ob es sich tatsächlich um eine Straftat oder um eine Ordnungswidrigkeit handelt, obliegt Gott sei Dank unseren Gerichten und nicht Herrn Zimmermann. Und dem entsprechend werden die Strafen für Blockierer ausfallen.

Was mich letztendlich bei dem Leserbrief von Herrn Zimmermann fassungslos macht, ist, dass er Maßnahmen gegen den Klimawandel als ein idiotisches Vorhaben bezeichnet. Sein „vernünftiger“ Ratschlag ist deshalb, die Auswirkungen des Klimawandels abzuwarten und dann entsprechend zu reagieren. Muss man sich denn angesichts dieser offensichtlichen Fehleinschätzung und der daraus resultierenden Tatenlosigkeit wundern, wenn problembewusstere Menschen verzweifeln, auf die Barrikaden gehen und unter Umständen über das Ziel hinaus schießen?

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Rüdiger Menz
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