Zeitenwende bei Ost und West

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Zum Thema Ukrainekrieg:

Zeitenwende? Die gab es noch nie; auch nicht, als Gorbatschow die deutsche Einheit ermöglichte. Er konnte fast nicht anders, da die mit der Fortsetzung des kalten Krieges verbundene Aufrüstungsspirale der Wirtschaft der Sowjetunion noch mehr geschadet hätte. Und der Westen versäumte es damals, das schwache Russland in ein geostrategisch abgerundetes Friedenssystem einzubinden.

Trotz oberflächlichem Frieden drehte sich die Spirale weiter; Russland stärkte sein Wirtschafts- und Rüstungssystem, wahrte, wie auch der Westen, mit „Wandel durch Handel“ seine Interessen und förderte damit unter anderem die energiepolitische Abhängigkeit des Westens. Damit war ein Punkt erreicht, an dem der völkerrechtswidrige und menschenverachtende Angriffskrieg Aussicht auf Erfolg versprach.

Aufrüsten wäre beendet

Dank der Geschlossenheit der demokratisch organisierten Länder und der ökonomischen Überlegenheit des freiheitlich organisierten Wirtschaftssystems wird der allerdings ausbleiben, selbst wenn der Westen ein oder zwei Winter frieren sollte. Damit ist aber ein Punkt erreicht, an dem man beginnen sollte, gemeinsam mit einem noch „starken“ Russland und einer zu unterstützenden Ukraine ein geostrategisch abgerundetes System aufzubauen, das unter Anerkennung gegensätzlicher Systeme auf Menschenrechtsverletzung und zerstörerische Kriege verzichtet.

Erst dann wäre das offene und verdeckte gegenseitige Aufrüsten beendet, erst dann hätten wir eine Zeitenwende, erst dann wäre der willkürlich geschaffene Ost-West-Konflikt beendet und man hätte freie Mittel, um den durch Hunger entstandenen Nord-Süd-Konflikt so zu lösen, damit man in einer globalisierten Welt ruhiger leben kann.

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Von
Elmar Weigel
Ort
Ludwigshafen
Datum

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Veröffentlicht
Kommentar von
Marc Stevermüer
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