AdUnit Billboard

Leserforum Wissenslücken und Luftfilter – Leserbriefe zur Schulpolitik

Lesedauer
In der Pandemie haben sich Wissenslücken angesammelt. Wie sollen sie aufgeholt werden? Und wie können Kinder in der Schule sicher lernen? © Frank Rumpenhorst/dpa

Zum Thema, welche Maßnahmen gegen Lernrückstände helfen:

Monatelang konnten Kinder nicht in Kita, Kindergarten und Schule gehen, Freizeiteinrichtungen waren ebenfalls geschlossen. Corona hat den Kindern vor allem unbeschwerte Lebenszeit genommen. Zeit, die diese zum Ausprobieren, zum Erfahrungen sammeln, zum Freundschaften schließen und pflegen, auch zum Wissenserwerb, zum Vertiefen von Kenntnissen und vielem mehr gebraucht hätten. Es ist jetzt Aufgabe der Erwachsenen, der Politik und aller derer, die auch berufsmäßig mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, ihnen diese Zeit zurückzugeben.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Kindern jetzt mit Lernbrücken, Zusatzunterricht und Ähnlichem zu helfen, ist sicher nicht falsch, löst aber nicht das Problem, verlorene Zeit wieder zu gewinnen. Hier müssen kreative Lösungen her. Folgendes wäre denkbar: Die Grundschulzeit könnte auf fünf Jahre verlängert werden. Für alle Kinder und Jugendlichen wird ein Schuljahr eingeschoben. Schuljahre werden verlängert, drei Schuljahre könnten in vier Kalenderjahre gesteckt werden. Das laufende Schuljahr wird bis Weihnachten verlängert, dann gibt es ein Schuljahr von Weihnachten bis Ostern des darauffolgenden Jahres, und das dritte Schuljahr dauert dann von Ostern bis Sommer des nächsten Jahres.

Unsere Wirtschaft wird mit viel Geld gestützt, und wie viel Geld wird für die Kinder ausgegeben? Sicher gibt es Kinder und Jugendliche, die kaum von der Pandemie beeinträchtigt waren, aber das trifft für maximal zehn Prozent bis 20 Prozent zu, der weitaus größte Teil steckt die Pandemie nicht einfach weg, und da muss etwas geschehen.

Renate Rimmler, Karlsruhe

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Zum Thema Luftfilter an Schulen in Baden-Württemberg:

Nach Aussage des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag von Baden-Württemberg, Andreas Stoch, wurden die Räumlichkeiten des Staatsministeriums, also des Regierungssitzes von Ministerpräsident Kretschmann, mit Luftreinigern ausgerüstet. Nachdem er dies zum eigenen Schutz und zum Schutz seiner Mitarbeiter entschieden hat, überlässt er die Entscheidung, ob die Klassenzimmer mit entsprechenden Luftfiltern ausgerüstet werden sollen, den Schulträgern, also den Städten und Gemeinden. Dafür hat er „großzügigerweise“ ein Förderprogramm von 60 Millionen in Aussicht gestellt, das zur Hälfte die Kommunen mitfinanzieren sollen. Da die kommunalen Landesverbände sich bereits skeptisch geäußert haben und Kretschmann selbst die Wirksamkeit der Geräte bezweifelt, werden wahrscheinlich die Schulen nach den Sommerferien im Herbst keine Luftfilter in den Klassenzimmern haben. Kretschmann war in den letzten Tagen in Mannheim und hat mit seinen Anhängern Gespräche geführt. Er hätte sich bei einem kurzen Besuch im Fitnessstudio Pfitzenmeier in Neuostheim überzeugen können, wie dort Luftreiniger der Firma AernoviR sinnvoll und effektiv eingesetzt wurden, falls er dies an seinem eigenen Regierungssitz noch nicht gemacht hat. Die Elternschaft kann hier beispielhaft erkennen, welchen Stellenwert die Schulen bei der Landesregierung und bei den Kommunen, die die Schulträger sind, haben. Der grüne Bildungsbürgermeister in Mannheim und die grüne Landesregierung in Stuttgart wollen offensichtlich das Problem aussitzen und im Herbst den Prä-senzunterricht wieder aussetzen.

Franz Großmann, Mannheim

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1