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Wissenschaftlern überlassen

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Zum Interview mit Petra Gerster „Die rein männliche Form hat nun eben ausgedient“ vom 30. November:

Frau Gerster sagt: „Die rein männliche Pluralform für alle Geschlechter – das generische Maskulinum – hat nun eben auch ausgedient.“ Dabei verwendet sie selbst in diesem Interview mehrfach das generische Maskulinum. Geschenkt seien ihr die Wörter „Zigeuner“ und „Krüppel“, die sie nur als Negativbeispiele zitiert. Aber dann erzählt sie auch, was die „alten Römer“ schon wussten, als ob es nicht auch alte Römerinnen gegeben hat, und sie erzählt von der Verfolgung der „Juden“, als ob Jüdinnen nicht ebenso gelitten haben.

Gerster widerspricht sich

Dass ihr Interviewer in einer Frage nur von den „Anhängern der Identitätspolitik“ spricht, bemerkt sie auch nicht. Was ist mit den Anhängerinnen? Von „ausgedient“ kann also keine Rede sein. Alle aktuellen Texte zeigen immer wieder, dass es ohne das generische Maskulinum einfach nicht geht. Schließlich sagt sie noch in Bezug auf’s Zigeunerschnitzel: „Nur muss der- oder diejenige sich dann halt sagen lassen, dass er oder sie ein ungehobelter und beleidigender Mensch ist.“ Sie widerspricht sich also selbst gleich zweimal und zeigt, dass das generische Maskulinum (hier „derjenige“ und „er“) nicht unbedingt etwas mit dem Plural zu tun hat.

Statt sich über einen korrekten und nach wie vor üblichen Sprachgebrauch zu ereifern, sollte sie das Theoretisieren über Sprache besser Sprachwissenschaftlern überlassen.

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Manfred Riemer
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