Wir schaffen das

Von 
Leserbrief-Schreiber: Gabriele Susemichel
Lesedauer: 

Zur Kolumne „,Mahlzeit’ – Ein Krieg für die Frauschaft“ vom 5. Februar:

AdUnit urban-intext1

Oje, da hat sich aber was angestaut! „Krieg“ schon in der Überschrift, lässt Böses ahnen! Und dann dieser Aufwand, aber auch die absurdesten Wortkonstrukte zu finden, die diesen Genderwahnsinn eindrücklich als sprachliches Ungetüm entlarven. Obwohl, die Beispiele solcher Wortmonstrositäten in Fülle in den sozial verwahrlosten Netzwerken zu finden sind, und immer wieder gerne in Männerrunden zitiert werden. Oft in Zusammenhang mit der Befürchtung, der Untergang unserer Kultur stehe unmittelbar bevor. Auch plane frau in Kreisen durchgedrehter Weiblichkeit die gendergerechte Umschreibung deutscher Dichter und Denker – man stelle sich „Faust“ als „Fäustin“ vor! Was haben die Engländer doch Glück mit ihrem Shakespeare.

Nun ist es aber so, dass Sprache lebendig ist und sich schon immer verändert und an veränderte gesellschaftliche Gegebenheiten angepasst hat, was der Grund dafür ist, dass der Duden immer wieder aktualisiert wird. Und wenn heute fast 50 Prozent praktizierende Ärztinnen und nicht mehr Ärzte sind, ist es logisch, dass wir diese Veränderung, in welcher der Mann nicht mehr die Norm ist, auch sprachlich abbilden.

Von klugen Männern unterstützt

Was mir bei dem Artikel sprachlich weit kritikwürdiger erschien , war die Formulierung „intellektuelle-Anne-Will-Hockerin Jagoda Marinic“. Ei, ei, ei! Und „Alya, Bela, Caro, Salat, Hamburger, Tofu, Mahlzeit“ soll wohl die intellektuell eher schlichte Ausstattung befragter Frauen illustrieren (die essen auch während des Gesprächs und reden sicher mit vollem Mund – ist ja eklig!).

AdUnit urban-intext2

Nun ja, was fällt mir nicht alles ein an männlicher Empörung, ich denke da an das Frauenwahlrecht, die Berufstätigkeit verheirateter Frauen oder die Strafbarkeit von Gewalt in der Ehe. Letztendlich haben wir das ja dann doch hingekriegt und von klugen Männern wurden wir auch unterstützt. Also, nur Mut, wir schaffen das!

Gabriele Susemichel, Bad Dürkheim

AdUnit urban-intext3

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3aVwS7E