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"Wenn der Draht zu den Bürgern fehlt"

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Zum Thema: Bebauung des Mittelgewanns in Edingen

Der Aussage "Mehr, mehr, mehr (Geld), (und das schnell, schnell, schnell) trotz globaler Zerstörung und Klimawandel" von Herrn Hillenbrand in dessen Leserbrief ist nur wenig hinzuzufügen.

Wenn es um wirtschaftliche Aspekte geht, wird von den "Bestimmern" sehr schnell von Alternativlosigkeit gesprochen, und alle anderen Gesichtspunkte müssen in den Hintergrund treten. Ökologische Gründe haben sich sowieso ganz hinten einzuordnen. Dass dies nicht nur in der großen Politik, sondern auch auf Gemeindeebene der Fall ist, konnten sehr viele Bürger beispielhaft bei der jüngsten Gemeinderatsitzung hautnah miterleben. Auch in diesem Fall wurde den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur jegliche Entscheidungskompetenz abgesprochen, sondern, was noch viel schwerer wiegt, auch deren Ängste, Bedürfnisse und Unmut ignoriert.

Selbst der Vorschlag der UBL- und der OGL-Fraktion und vieler Bürger, genauer zu recherchieren und Alternativen zu prüfen, bevor es zu einer Entscheidung im Gemeinderat kommt, hat nicht verhindert, dass die Überplanung des gesamten Mittelgewann beschlossen wurde. Aussage von Bürgermeister Michler in den Tagen vor und in der Gemeinderatssitzung: "Am Ende des Tages werden alle Fragen beantwortet sein. Entweder man will das gesamte Mittelgewann oder nichts". Sicher hätten auch die Gegner einer Gesamtüberplanung einer moderaten kleineren Lösung zugestimmt.

Bürgermeister Michler hat es nicht geschafft, einen Draht zu seinen Mitbürgern herzustellen. Dies ist ein verheerendes Signal, denn es wurde ein Graben zwischen den Entscheidern (Bürgermeister, CDU, SPD) einerseits und der UBL-, OGL-Fraktion und einem Großteil der Bürger andererseits aufgeworfen, der für die Zukunft nichts Gutes vorhersehen lässt.

Hoffentlich wird das nicht dazu führen, dass sich engagierte Bürginnen und Bürger enttäuscht abwenden, sondern weiterhin versuchen, ernstgenommen zu werden und Entscheidungen von großer Tragweite nicht nur den Mandatsträgern zu überlassen. Es gibt viele Beispiele, wohin Politikverdrossenheit führen kann.

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