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Energiegewinnung Wehret den Anfängen

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Zum Artikel „Geothermie erhitzt die Gemüter“ vom 1. August:

Wann erkennt endlich die Menschheit, dass jegliche Art der bisherigen Energiegewinnung ihren Preis hat und wir oder unsere Nachkommen dafür bezahlen müssen? Obwohl wir inzwischen festgestellt haben, dass wir die Atmosphäre durch unseren Energieverbrauch belastet und womöglich einen Klimawandel bewirkt haben, will man jetzt im Oberrheingraben die Geothermie mittels Tiefenbohrungen vorantreiben und dabei Nutzstoffe ausbeuten.

Dadurch werden die dichtenden Schichten der Grundwasserstockwerke durchstoßen, wobei eine Gefährdung unserer Grundwasservorkommen nicht auszuschließen ist und Verbindungen zwischen den Grundwasserleitern begünstigt werden. Auf die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sei hierbei verwiesen. Bei der Gier nach Gewinn werden Bedenken bei dieser Art der Energieerzeugung gerne vernachlässigt. Die damit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt, sei es durch Grundwasserverunreinigungen, Bodenanhebungen bei Untergründen, die Anhydrit enthalten oder das Auslösen von Beben durch Erdbohrungen, insbesondere wenn es das Grundgebirge betrifft, werden gerne in den Hintergrund geschoben. Die Tatorte Staufen, Landau und andere sprechen für sich.

Gleiches gilt auch für die Erdwärmebohrungen bei Privatmaßnahmen, die bestehend aus zwei Rohrsträngen mit einem flüssigen Wärmeträgermaterial beschickt werden. Diese benötigen nur eine wasserrechtliche Erlaubnis und dürfen dann immerhin bis zu einer Tiefe von 100 Meter abgeteuft werden. Was ist aber, wenn Privatgrundstücke irgendwann einmal aufgelassen sind, wer kümmert sich dann noch um diese Anlagen? Schließlich können Rohrleitungen auch brechen oder undicht werden.

Trinkwasser wichtiger als Energie

Dies zeigt, wie leichtfertig wir mit dem Grundwasserschutz umgehen. Trinkwasser ist wichtiger als Energie, denn ohne Trinkwasser gibt es kein menschliches Leben, das sollten wir nicht vergessen. Deshalb wehret den Anfängen und Hände weg von Maßnahmen, die unsere Böden und unser Trinkwasser belasten können, dies ist eine gebotene Notwendigkeit. Denn einen Hexenmeister wie in Goethes „Zauberlehrling“, der alles wieder auf Ausgangsstellung bringt, wird es nicht geben.“

 

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Harald Baumann
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Mannheim
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Veröffentlicht
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Theresa Martus
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3dPvvwp

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