Viel Raum für Lappalie

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Zum Artikel „Bewohner geht gegen Fluglärm vor“ vom 7. Dezember:

Etwa eine halbe Zeitungsseite für einen Bericht über einen einzigen mimosenhaften Bewohner Mannheims, der sich über Fluglärm über Mannheim beschwert. Nein, nicht wegen des Airports Neuostheim, sondern wegen abfliegender Flugzeuge aus Frankfurt.

Ich selbst bin 66 Jahre alt. Also auch nicht mehr ganz frisch aber noch mit völlig intaktem Gehör. Im Sommer sitze ich oft bis spätabends auf dem Balkon meiner Wohnung auf der Rheinau und beobachte die Flugzeuge, die über mich hinwegfliegen. Also ich höre da nur ein Grundrauschen. Zumindest weit weg von dem, was ich als Lärm definieren würde. Noch nie in den letzten 13 Jahren als Rheinauer habe ich in der Frühe, bei offenem Fenster, im Bett noch genüsslich vor mich hinträumend, ein Flugzeug unangenehm wahrgenommen.

Im Bericht selbst steht, dass die Flieger in rund 3400 bis 4600 Meter über Mannheim hinwegfliegen. Ein Passagier- oder ein Frachtflugzeug in dieser Höhe kann keine Lautstärke am Boden hervorrufen, die das Kriterium gesundheitsgefährdender Lärm erfüllt. Für Düsenjäger gilt das natürlich nicht.

Hoffentlich nicht Neuostheim

Es ist ja bekannt, dass selbstunzufriedene Menschen geradezu Konfliktstoff suchen. Der klassische „Das Haar in der Suppe“-Sucher. Jeder kennt solche Zeitgenossen. So sehe ich den Fall hier. Schade nur, dass sich etliche Institutionen mit dieser Beschwerde auseinandersetzen müssen. Was mich halt ärgert ist, dass der „MM“ solch einer Lappalie so viel Raum einräumt. Und noch etwas. Mit dem abgebildeten Flugzeug suggerieren sie eine Situation, wie sie hier nicht ist. Das ist reißerisch. Die Bugräder sind gut sichtbar ausgefahren. Das Flugzeug ist im Landeanflug. Ich kann nur hoffen, dass das bei der Größe des Fliegers nicht Neuostheim ist.

 

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Helmut Adelmann
Ort
Mannheim
Datum

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3BvidOG 

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