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Viel Bahnstrecke möglich

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Zum Artikel „Klage gegen Bahnprojekt“ vom 24. Mai:

Man stelle sich vor, eine Autobahn ist wegen Bauarbeiten lange Zeit nur einspurig mit weniger und damit leiserem Verkehr belastet – und dann ist sie nach jahrelanger Bautätigkeit (wie in Deutschland üblich) wieder voll befahrbar und Anwohnerinnen fordern nun einen weiteren einspurigen Betrieb oder eine Untertunnelung – kaum denkbar. Jetzt will die Bahn ein zweites Gleis reaktivieren, auf dem früher schon jahrzehntelang erheblich mehr und lautere Züge gefahren sind – und wegen einigen hundert Anwohnerinnen, die schon immer an einer Bahnstrecke gewohnt oder dort billiger gekauft haben, soll jetzt verhindert werden, dass kurzfristig mehr Verkehr auf die Schiene gebracht werden kann.

Stattdessen wird ein Tunnel gefordert – der nach deutschem Planungsprozedere mit Fledermaus- und Feldhamsterproblemen und Beton ohne Ende (sehr klimafreundlich) wohl frühestens 2040 in Betrieb gehen dürfte und bis dahin wohl mindestens fünf Milliarden Euro kosten wird. Bei allem Verständnis für Lärmbetroffenheit – hier fehlt mir angesichts der Notwendigkeit der CO2-Reduzierung jegliches Verständnis. Und nur zur Klarstellung: Ich gehöre auch zu den Betroffenen.

Den Anwohnern empfehle ich einmal, bei Bahnreisen durch das Bundesgebiet zu schauen, wie viele Menschen (oft sozial schwächer gestellte Gruppen ohne Lobby) direkt an Bahnstrecken wohnen. Und was besonders schlimm ist: Auch die Grünen sind hier voll dabei – für weiteren jahrelangen Güterverkehr auf Straßen, Versiegelung, monströsen Großprojekten und Eingriffen in die Landschaft. Oder will man behaupten, der Tunnel-Bau klimaneutral erfolgt?

Und wie viel neue notwendige Bahnstrecken könnte man für zehn Kilometer Tunnel bauen, nur damit einige Anwohner weiterhin nur ein Gleis vor der Tür haben wo immer zwei gewesen sind. Respekt!

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Von
Jürgen Dörr
Ort
Mannheim
Datum
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3NJsYQV

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