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Verstümmelung der Sprache

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Zum Kommentar von Walter Serif "Moskau muss liefern" vom 13. Februar:

Wieder einmal sind wir, Ehepaar, Jahrgang 1935/37, über dieses "liefern" gestolpert, das von den Medien gerichtet an Politiker, Wirtschaftsbosse und andere Persönlichkeiten aus verschiedensten Bereichen eingefordert wird.

Sie sind da in bester Gesellschaft. So meint die Wochenzeitung "Die Zeit", die wir seit Jahrzehnten lesen, dieses Wort immer mal wieder auch anwenden zu müssen. Herr Claus Kleber (ZDF) ohnehin und auch der Deutschlandfunk glauben, nicht an diesem Neudeutsch vorbeikommen zu können.

Etwas überspitzt und natürlich altmodisch, habe ich im Unterbewusstsein vor Augen, wie zum Beispiel Herr Wladimir Putin im Kanzleramt klingelt und sagt: "Guten Tag, Putin, ich wollte die Lieferung, die sie neulich anmahnten, vorbeibringen." Liefern ist irgendwie etwas Handfestes und nicht zum Beispiel eine politische Erwartung an jemanden von jemanden.

Wo wir gerade dabei sind: In der gleichen Ausgabe war vom Wandel der Sprache die Rede, die bekanntlich lebt, aber nicht immer zu ihrem Vorteil, wie wir meinen. So zum Beispiel die Endsilbe "bar". Sie nahm geradezu eine inflationäre und teils abenteuerliche Entwicklung. Ein Enkelsohn erklärte, dass man damit eine Silbe und manchmal sogar ein Wort einsparen kann. Uns tut's manchmal leid um die Verstümmelungen und weh in den Ohren. So wie "Bin noch Büro" und andere schreckliche Beispiele. Aber da ist man hilflos, wenn schon Leute vom Duden-Verlag meinen, "Kommst du Bahnhof" sei "umgangssprachlich" OK. Oh, weh! (Else und Günter Schmidt, Reilingen)

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