Überschrift überdenken

Von 
Leserbrief-Schreiber: Walter Brecht
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Zum Artikel „Rapper Fler fühlte sich von Polizisten provoziert“ vom 21. Januar:

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Als Überschrift wäre so viel möglich gewesen. „Rapper schon wieder vor Gericht“, „Fler lernt es nie“ oder „Sind alle Rapper Straftäter?“ Nein, der „MM“ hat sich bei der Überschrift dafür entschieden, Polizeibeamte in den Verdacht zu bringen, einen Bürger provoziert zu haben. Im Text erfährt man dann, dass es im Prozess vor dem Berliner Amtsgericht darum geht, wie sich ein ziviler Polizeiwagen „auffällig“ neben den Wagen des Rappers gestellt und er auf eine Frage keine Antwort bekommen habe. Das also war die „Verfehlung“, die Fler, weil er „Angst bekommen hat“ dazu veranlasst, die Polizeibeamten grob zu beleidigen.

Vorwurf: Frauenfeindlichkeit

Stellen Sie sich die Szene vor: Sie warten nachts an der roten Ampel neben einem anderen Pkw, schauen vielleicht rüber zum Fahrer. Der fragt sie irgendwas. Sie mögen nicht antworten, warum auch immer. Es besteht keinerlei Verpflichtung, irgendjemandem eine Antwort zu geben. Und daraufhin werden sie grob beleidigt. Nun ist Fler kein unbeschriebenes Blatt.

Er begann als Sprayer und Kleinkrimineller. Er ist bisher 13 Mal rechtskräftig verurteilt. Die geahndeten Straftaten gehen von Beleidigung, Sachbeschädigung, Bedrohung, Körperverletzung bis zur uneidlichen Falschaussage. In seinen Liedern lässt er übelste Beleidigungen ab, Terre des Femmes wirft ihm Frauenfeindlichkeit vor, der „Stern“ und der „Spiegel“ sahen ihn nahe den Neonazis.

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Bitte denken sie über die gedruckte Überschrift noch mal nach.
Walter Brecht, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2YgNmB6