Trump-Gedenkstätte in Kallstadt

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Zum Artikel „Kallstadt nach der Ära Trump: Wieder ganz normales Weindorf?“ vom 20. Januar:

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In Kallstatt hat man wenig Sympathie für den Ex-Präsidenten Trump, ja nach dem Sturm aufs Kapitol schämt man sich, als Herkunftsort der Familie bekannt zu sein. Heilfroh sind die Kallstatter, dass der Präsident nicht Gelegenheit oder die Lust hatte, die Heimatgemeinde seines Großvaters heimzusuchen.

Auf der anderen Seite sieht, wie man dem Bericht des „Mannheimer Morgen“ entnehmen kann, Ortsbürgermeister Thomas Jaworek durchaus einen Vorteil darin, dass die Gemeinde an Bekanntheit gewonnen hat, will aber Kallstatt lieber mit anderen Themen, mit Biosphärenreservat und Nachhaltigkeit voranbringen. Doch statt sich für Trumps Herkunft zu schämen, sich nur wegzuducken, statt Gras über die ganze Geschichte wachsen zu lassen, könnte man sich besser produktiv mit ihr auseinandersetzen.

Die Gemeinde wäre der richtige Ort, eine Trump-Gedenkstätte einzurichten, in der Werdegang (und Untergang?) eines modernen Populisten dokumentiert wird. Die Demokratie darf sich schließlich nicht nur mit Verfassungsschutz und gesetzlichen Verboten schützen, die Gesellschaft muss sich vor allem auch Klarheit über populistische Strategien verschaffen, über spalterische Ideologien, narzisstische Feindbilder und die Rolle der Gewalt – alles Themen, die auch in der deutschen Vergangenheit ihre schlimme Rolle gespielt haben. Ein Kallstatter Museum für demokratischen Widerstand wäre gewiss auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit – nicht zur Bewahrung der Natur, sondern zur Bewahrung unserer Gesellschaftsform, und die Gemeinde würde zu einem starken Anziehungspunkt – dann nicht für Trumps Sympathisanten, sondern für lernwillige demokratische Bürger.

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Roland Hammerstein, Mannheim

Trump ist nicht mehr da, wen sollen die Medien jetzt noch kritisieren, was unsere Karikaturisten zeichnen und Komiker parodieren? „Amerika first“, das geht doch gar nicht, denn unsere Regierungsdarsteller spielen das Sozialamt und den Klimaschutz für die ganze Welt, die allzu braven Steuerzahler baden es aus.

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Wahlversprechen verwirklichen, wie kann er nur und er hat keinen Krieg begonnen, sogar mit Kim Jong gesprochen und Verträge von arabischen Staaten mit Israel bewirkt? Obama bekam den Friedensnobelpreis für nichts.

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Ja, Trump war kein Politiker, sondern „nur“ ein erfolgreicher Geschäftsmann, der aussprach, was er dachte und die Politikerkaste nicht hofierte. Wie sehr wünsche ich mir einen deutschen Kanzler, der einfach nach seinem Amtseid handelt: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden.“ Von der ganzen Welt, auch Europa, steht da nichts.

Gerhard Bleckmann, Lampertheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/36dpD9z