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Tagtäglich missbraucht

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Zum Artikel „Sexarbeiterin über Corona-Zeit: Als Hotels zu Bordellen wurden“ vom 15. September:

Todesmutig hat sich „MM“-Redakteur Stephan Alfter in die Niederungen eines „Laufhauses“ begeben, um seine vornehmste Pflicht zu erfüllen, nämlich die möglicherweise unwissende Bevölkerung über die Sorgen und Nöte der „Sexarbeiter.innen“ und der Betreiberin von Laufhaus-Etablissements in Zeiten von Corona aufzuklären.

Es könnten einem fast die Tränen kommen angesichts der unglaublichen Einschränkungen und „Markt“-Probleme der Damen (Namen alle geändert ...), die sich gleich in mehreren Häusern für die dort „arbeitenden Frauen“ einsetzen und die schwere Lage im grauen Markt bedauern. So weit, so schlecht. Tatsächlich hätte der Redakteur dieses Thema gern intensiver und vor allem von allen Seiten beleuchten dürfen und auch müssen. Dies wäre ihm zum Beispiel durch einen Besuch bei Amalie (Anlaufstelle für Frauen in der Prostitution der Diakonie) sicher sehr viel ausführlicher gelungen.

Die unsägliche Darstellung, die „Sexarbeit“ als normale Tätigkeit ins Bewusstsein bringen will, ist unerträglich. „Käufliche Liebe“ – das klingt so widerlich, wie es falsch ist. Hier werden Frauen und Mädchen tagtäglich missbraucht und benutzt, was verharmlost – wie leider in dem Artikel von Herrn Alfter geschehen – als Dienstleistung bezeichnet wird. Auch die Politik spielt dabei eine unrühmliche Rolle, die „körpernahe Dienstleistung“ analog einer Friseurin oder Fußpflege wird gefördert.

Sehr viel Geld verdient

Da ist auf dem Rücken der meist osteuropäischen Frauen sehr viel Geld zu verdienen. Schlimm genug, dass sie sich in Corona-Zeiten in Hotels verstecken mussten, immer in Sorge, da könnte ein „Ermittler“ auftauchen und den Geschäftsfluss stören. Die meisten Menschen, sehr geehrter Herr Alfter, wissen, um was für eine Einrichtung es sich bei dem sogenannten „Laufhaus“ handelt. Der Mann zahlt am Eingang in der Regel eine Pauschale, und dann darf er durchs Haus laufen und sich bedienen, wonach es ihm begehrt.

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Von
Isabella Nohe
Ort
Mannheim
Datum
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3CefMOg 

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