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Straßennamen polarisieren

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Schilder mit zweien der vier Straßennamen in Rheinau-Süd, die auf Grund der historischen Belastung ihrer Namenspaten derzeit umstritten sind und mittelfristig umbenannt werden sollen. © Konstantin Groß

Zum Thema Straßenumbenennung Rheinau-Süd:

Haben die genannten Personen einmal in Mannheim-Rheinau-Süd gewohnt? Sind sie durchgereist? Haben diese Personen irgend einen Bezug zu Mannheim? Haben sie den Rhein begradigt? Es waren die ersten Menschen, die den Gehweg hochgeklappt und den Mond in Rheinau-Süd mit der Stange vorgeschoben haben.

Von Herrn Reiss haben wir schon die Reissinsel und die Neumayer-Forschungsstation existiert auch schon lange. Oder hot äner vunn denne dem Blumepeter emol ebbes abgekaaft? Und ich möchte erinnern: Wir sind das Volk. Wir Bürger in Rheinau-Süd müssen mit diesen Namen leben und nicht der Mannheimer Stadtrat.

Wie viele Beschwerden über diese Straßennamen liegen denn, seit 1950 bis heute, in der Oberbürgermeisterei vor? Also bis 1985 können es nicht viele gewesen sein, denn da kam das Neubaugebiet. Und da wurde auch den Sven-Hedi-Weg benannt! Und das bedeutet: Das Straßennamenvergebungsamt und die Oberbürgermeisterei haben geschlafen. Tief und fest. Denn sonst wäre der Fehler ja aufgefallen! Und jetzt kommen sie hinterher, wie die alte Fastnacht und präsentieren Personen die, bis auf zwei, hier kaum einer kennt und die auch nicht aus Mannheim sind oder waren. Die Räte wurden von den Bürgern gewählt. Die haben sich nicht selbst ernannt.

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Harald Niemeyer
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Im Kommentar des „MM“-Redakteurs Konstantin Groß stellt dieser heraus, dass die örtliche Siedlergemeinschaft „den Schmollwinkel“ verlassen hat, um sich nun aktiv in den Umbenennungsprozess einzubringen. Dieser Satz ärgert mich. Wir saßen nie im Schmollwinkel, sondern haben die ganze Zeit konstruktiv für unser Ziel, die Beibehaltung der Straßennamen, gestritten.

Wir sind nun natürlich enttäuscht über die Entscheidung des Gemeinderats und auch über die einseitige Berichterstattung im „Mannheimer Morgen“, der sich sehr für die Umbenennung aller möglichen Straßen einsetzt. Es entsteht der Eindruck, dass es scheinbar keine dringenderen Probleme gibt. Wir waren und sind schon immer ein sehr konstruktiver Verein, der sich sachlich für die Interessen seiner Mitglieder einsetzt. Wenn nahezu jeder in Rheinau-Süd (96 Prozent) eine Straßenumbenennung für aufwendig, teuer und unnötig hält, sehen wir es als unsere Pflicht an, diesen Menschen eine Stimme zu geben.

Schade, dass der Gemeinderat als „Volksvertretung“ hier gegen den Willen der Betroffenen entschieden hat. Was mich noch geärgert hat: Die rhetorische Spitze von Gerhard Fontagnier mit seiner Anregung, die Zusatzschilder während der Übergangszeit in „leichter Sprache“ abzufassen, damit das auch die Bürger in Rheinau verstehen. Dies war völlig deplatziert, ebenso die Erheiterung, die seine Äußerung im Gremium ausgelöst hat.

Volksvertreter sollten meiner Meinung nach mit mehr Respekt und ohne Vorurteile gegenüber ihren Wählern auftreten. Aber nun hat der Gemeinderat entschieden. So wenig wir eine Umbenennung wollten: Für unseren Verein ist es eine Selbstverständlichkeit, sich in den Umbenennungsprozess einzubringen. Mit Schmollen hat das alles allerdings überhaupt nichts zu tun.

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Sascha Sigl
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Mannheim
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Mit der Abschaffung dieser Straßennamen löscht man in der Bevölkerung die Namen und somit die Erinnerung und die damit verbundene Geschichte: Weg damit – jetzt steht Deutschland gut da – wer frägt jetzt denn noch nach Lüderitz & Co? Warum gibt es denn noch eine Kaiser-Wilhelm-Straße? Schließlich war er der „Chef der Verbrecher“.

Es ist überhaupt so eine Sache mit den Straßennamen von Persönlichkeiten. Warum schafft man nun noch eine Helmut-Kohl-Allee, wo der doch durch die Spendenaffäre Dreck am Stecken hat. Mit dem Verschwinden der Straßennamen verschwindet ein Stück Geschichte. Das ist sehr schade! Es gibt noch so viele andere Beispiele, zum Beispiel die Seitz Tafel, die Heinrich-Vetter-Allee, Dr.-Reimann-Straße in Ladenburg usw. Sollte man nicht besser ein Schild unter den Straßennamen anbringen, das die Wahrheit über die Persönlichkeit vermittelt, nach der die Straße benannt ist?

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Friedrich Lang
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