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Geschlechtergerechte Formulierungen Sprache wird beim Gendern zum seelenlosen Bastelkonstrukt

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Die Anrede „Mitarbeiter*innen“ wird immer häufiger in der internen und externen Kommunikation von Firmen verwendet. © dpa

Zum Interview mit Henning Lobin über geschlechtergerechte Sprache „Wir werden die Vielfalt aushalten müssen“ vom 19. Juni:

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Sprachwandel verläuft grundsätzlich evolutionär und ungesteuert, das heißt von unten. In letzter Zeit gab es zwei größere Ansätze des gesteuerten Wandels: zuerst die Rechtschreibreform und nun der Versuch, Gendersprache durchzusetzen.

Der Einfluss Goethes und Luthers mit der Bibelübersetzung ist anders zu bewerten: Es gab keine Sprachvorschriften, und die Menschen mochten einfach deren Sprache. Im heutigen Bemühen, eine vermeintlich patriarchale Sprache den Ansprüchen geschlechtergerechter Gleichstellung und Vielfalt anzupassen, forciert eine Minderheit von Aktivisten semantische und orthografische Konstruktionen, die keine realen Probleme lösen, dafür aber die Sprache verkomplizieren, entstellen und sexualisieren.

Für Gleichstellung sind die rechtlichen und sozialen Regeln beziehungsweise Einstellungen maßgeblich, nicht die Sprachstruktur. Und die Bevölkerungsmehrheit sieht die angemahnte Vielfalt in unserer Sprache verwirklicht. Durch Gendersprache wird nur das Sprechen und Hören sowie das Schreiben und Lesen und nicht zuletzt das Lernen erschwert. Und die Sprache wird dabei zum seelenlosen Bastelkonstrukt, ohne Not und Gewinn.

Ihre Sinnlosigkeit, Hässlichkeit und Unpraktikabilität sind die wichtigsten Gründe für die anhaltende Ablehnung der Gendersprache. Laut neuester Umfrage des Allensbach-Institutes sind das 71 Prozent der Gesamtbevölkerung, in Abstufungen Männer wie Frauen, Alte wie Junge, quer durch alle politischen Parteien. Nur 19 Prozent bejahen hiernach die Gendersprache. Ablehnung finden auch die Durchsetzungsmethoden. Das Gendern mancher Sprecher, Moderatoren und Redakteure in den Medien irritiert viele Menschen, die sich nicht in „ihrer“ Sprache angesprochen fühlen und – im Falle der Öffentlich-Rechtlichen – dafür auch noch zwangsweise bezahlen müssen.

Gleichstellungsbeauftragte in Behörden und manchen Unternehmen schreiben ihren Mitarbeitern Gendersprache für die interne und externe Kommunikation vor. Und in vielen Bildungseinrichtungen werden Dozenten sowie Schüler und Studenten zum Gendern angehalten. Nicht Freiwilligkeit, sondern Vorschriften und strenge „Empfehlungen“ beziehungsweise Erwartungen sind das Mittel der Wahl. Immerhin darf, wer nicht „Untertan“ eines Gleichstellungsbeauftragten ist, vorerst weiter normales Deutsch einsetzen.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3vNEqBT

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Veröffentlicht
Von
Thomas Groß
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