Rückblick Schwimmbad: Herschel lebt im Herzen hoch

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Zum Thema Herschelbad:

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Sehr geehrter lieber Herr Herschel!

Vielen riesigen Dank, dass Sie Ihr schönes, imposantes Hallenbad in meinem Mannheim gebaut haben. In den 1950er Jahren durfte ich mich dort alle 14 Tage im stets frischen Wasser austoben! Wir hatten nämlich ein tollen Sport- beziehungsweise Schwimmlehrer. Es war kein Geringerer als der noch heute weitbekannte Herr Oberstudienrat, „Fips“ Rohr, ein echtes „Mannemer Bloomaul“.

Er hat uns Jungen der damals noch reinen Knaben-Lessingschule nicht nur Fußball, sondern auch das Schwimmen lieb gemacht, und zwar in Ihrem Herschelbad! Ich erinnere mich noch: Zu Beginn der Schwimmstunde mussten wir uns dicht hintereinander quer zum Beckenrand hinsetzen. Herr Rohr schubste den ersten Jungen, den „Kopf der Schlange“, über Bord, wir alle plumpsten wie Dominosteine ins kühle Nass. Danach maßen wir oft unsere Kräfte mit „Reiterkämpfels“: Das „Bubenpferd“ nahm den Reiter huckepack auf seinen Rücken, auf Kommando mussten wir uns gegenseitig, jeder gegen jeden, aus den Sätteln stoßen, bis das standhafte Siegerpaar übrig blieb.

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Gleich drei Bäder

Auch im Tauchsport und Wettschwimmen durften wir unsere oft überschüssigen Kräfte messen. Heimlich verließ ich manchmal das tobende Geschehen, um mein abgekühltes Körperchen unter der „heißen“ Dusche wieder aufzuwärmen. Wer besaß denn damals – sechs bis zehn Jahre nach dem Bombenkrieg – daheim ein Bad oder eine Dusche mit warmem Wasser aus der Wand?! Über die herrlich glänzenden Fliesen in der ganzen Schwimmhalle konnte ich als kleiner Junge ebenfalls nie genug staunen.

Eine große Überraschung wartete noch auf uns: Unser bester Sportlehrer aller (Schul-)Zeiten führte uns eines Tages durch ein bis zwei Türen und Gänge. Was sahen wir mit unseren weitgeöffneten Augen und Mündern? Eine völlig andere, wunderschöne Schwimmhalle mit gemusterten Fliesen rundum und einladendem grünen Wasser, oder war es blau? Herr Herschel, gleich zwei Bäder in einem Haus! (Inzwischen weiß ich: es sind sogar drei!) Wir konnten vor Ehrfurcht nur staunen!

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Übrigens: Wir Lessingschüler hatten damals Schichtunterricht im Wechsel mit der Tullaschule. Mit ein paar Klassenkameraden, zu dritt, zu viert trafen wir uns vor dem Nachmittagsunterricht in Ihrem „Aquadrom“, wie man heute auch sagen kann, um die herrlich warme Luft, das frische Wasser und die prickelnden heißen Duschen zu genießen. Freiwillig, aus lauter Spaß an der Schwimmfreude!

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In meinem Herzen leben Sie hoch und noch, Herr Bernhard Herschel. Deshalb schlage ich vor: Mannheim soll Sie zum Ehrenbürger ernennen und ebenfalls mit dem „Bloomaul“-Orden auszeichnen!

Ulrich Karran, Ladenburg

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