Leserbrief Schwarzer Tag für Polit-Kultur

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Zu den Artikeln „Rauswurf, Rücktritt und ein Gerücht“ vom 7. Mai und „Eva Högl ins Amt gewählt“ vom 8. Mai:

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Hans-Peter Bartels, der bisherige Wehrbeauftragte, der in fünf Jahren Amtszeit Erfahrungen sammeln konnte und dessen Arbeit anerkannt war, auch bei der Bundeswehr, darf diese Erfahrungen nicht in einer zweiten Amtszeit einbringen, sondern wird plötzlich abgesetzt. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Mützenich, ersetzt ihn durch Eva Högl, die verteidigungspolitisch völlig unerfahren ist. Auch Johannes Kahrs, langjähriger Abgeordneter, Oberst der Reserve und Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD, hatte keine Chance. Offensichtlich spricht er gerne Klartext, was nach „oben“ nicht so gut ankommt. Der ganze Vorgang zeigt wieder einmal, Erfahrung und Kenntnisse sind in der Politik zweitrangig. Wer nach oben kommen will, muß sich anpassen, möglichst keine Kritik üben oder aus innerparteilichen Gründen „dran sein“. Diese Wahl, der „ein politisches Ränkespiel ohnegleichen“ vorausging (Hagen Strauß im „MM“ vom 7. Mai), war nicht nur für die SPD ein politisches Desaster (Rücktritt von Kahrs als MdB), es war ein schwarzer Tag für die politische Kultur insgesamt.

Gudrun Höfer, Mannheim

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