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Schmaler Beifall

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Zum Artikel „Und der Haifisch, der hat keine Zähne“ vom 6. Dezember:

Schiffbruch einer Inszenierung. Was für ein gewaltiges Thema. Und was für eine große Aufgabe, die historische Wahrheit in eine lebendige Gegenwart zu transponieren. Und welche Vorfreude der Theater-Besucher nach der hervorragenden Einführung einen unvergesslichen Abend erleben zu dürfen. Gescheitert.

Untergegangen in einer Inszenierung, die sich viel zu eng an die Romanvorlage gehalten hat, und der es nicht gelungen ist, durch eine erkennbare Dramaturgie den Besuchern den Sinn dieser Aufführung zu vermitteln.

Zweimal ein paar Lacher

Die ewig langen Slapstik-Wiederholungen und die in die Länge gezogenen Passagen ermüden. Auch die Problematik des Kannibalismus, die im authentischen Bericht des Arztes Savigny und des Ingenieurs Corréard lediglich mit der Frage des Überlebens verknüpft ist, wird hier im Schauspiel derart breitgespielt, als wäre sie das eigentliche Drama des Ereignisses. Zweimal nur in anderthalb Stunden waren ein paar Lacher zu hören, und es bleibt das unangenehme Gefühl umsonst im NTM gewesen zu sein. Auch der schmale Beifall am Ende galt nur der berechtigten Anerkennung der schauspielerischen Leistung.

Rainer Negrelli, Mannheim

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