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Respekt für Grundrechte

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Zum Interview mit dem neuen Polizeipräsident Siegfried Kollmar vom 30. Juli:

Als Bewohner des Jungbuschs habe ich mit Entsetzen die Ausführungen unseres neuen Polizeipräsidenten Kollmar zum Umgang mit Ruhestörung und Ordnungswidrigkeiten gelesen.

Herr Kollmar erwartet von uns Bewohnern des Jungbuschs Akzeptanz dafür, dass sich alkoholisierte Jugendliche in Dutzenden in zehn Meter Entfernung von unseren Schlafzimmern um zwei Uhr morgens „unterhalten“, was erfahrungsgemäß nicht im Flüsterton abläuft, sondern immer zu eklatanter Störung unserer Nachtruhe führt.

Unser Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wird damit von Herrn Kollmar zugunsten eines nicht existierenden „Rechts“ auf rücksichtsloses Feiern und „über die Stränge schlagen Dürfens“ geopfert.

Im Jungbusch die Sau rauslassen

Diese Haltung in der Polizeiführung lässt den Jungbusch zu einem Revier der Ordnungs- und Regellosigkeit verkommen. Wenn Herr Kollmar im Jungbusch schlafen müsste, dann wüsste er, dass es nicht eines zum Anschlag aufgedrehten Lautsprechers bedarf, um aus dem Schlaf hochzuschrecken. Einfaches Grölen oder auch nur ein aufgedrehtes Handy genügen.

Dass in Hauseingänge uriniert, gekotet oder Müll geworfen wird, Feuerwehrzufahrten zugeparkt werden – dafür ist die Polizei natürlich nicht ursächlich verantwortlich. Sie ist aber verantwortlich, wenn solche Ordnungswidrigkeiten nicht verfolgt werden.

Herr Polizeipräsident Kollmar bestärkt mit seiner Laissez-faire-Haltung junge Leute, die mit der Meinung in den Jungbusch kommen, hier könne man mal richtig die Sau rauslassen.

Von einer Führungskraft in der Exekutive erwarte ich vorbehaltlosen Respekt für die Grundrechte und eine lesbare und stringente Verteidigung der daraus abgeleiteten Stadtrechte der Mannheimer Bevölkerung.

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Von
Kai Baldenius
Ort
Mannheim
Datum
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2U8zMl0

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