Radnetz ohne Ökologie?

Von 
Leserbrief-Schreiber: Karl Schmid
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Zum Interview „Mannheim braucht ein Radnetz, das diesen Namen verdient“ vom 15. April:

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Es ist erfreulich, dass sich ein grüner Bezirksbeirat so intensiv für ein gutes Radnetz in Mannheim einsetzt. Herr Leicht hat sich schon in den 80er Jahren für die Umwelt engagiert. Er hat mitgewirkt an der Gründung des Landschaftsschutzgebietes Feudenheimer Au.

Deshalb ist umso unverständlicher, dass er nicht gegen den Radschnellweg durch die Au plädiert, sondern den Tunnel durch das eigentlich geschützte Hochgestade vorgeschlagen hat. Durch den so geplanten Radschnellweg werden 5000 Quadratmeter wertvollen Ackergeländes versiegelt und müssen 13 Kleingärten vernichtet werden. Dass Flora und Fauna durch den Radwegbau ebenso beeinträchtigt werden, ist klar. Unter anderem müssen viele Bäume am Hochgestade gefällt werden. Und dies, obwohl es eine gute und deutlich billigere alternative Trasse gibt.

Herr Leicht und die grüne Gemeinderatsfraktion nehmen die Schäden am Sozialleben (Kleingärtner) und an Flora und Fauna in Kauf, weil man mit dem anderen Radweg eine Minute länger bis zum Ziel Völklinger Straße braucht. Ein ökologischer Grünzug sieht anders aus.

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Ihr Bericht veranlasst mich, Sie über einen Vorfall zu informieren, der mir persönlich am Montag, den 12. April, passiert ist: Ich fuhr in Seckenheim auf der Hauptstraße im Zentrum Richtung Mannheim mit dem Rad. In Höhe der Haltestelle Rathaus gibt es keinen Radweg. Die Radfahrer müssen zwischen den Gleisen fahren. Das entsprechende Symbol ist auch noch schön angebracht. Ordnung muss ja schließlich sein; mehr als Sicherheit im Straßenverkehr.

Sturz auf die Straße

Ich musste an der nächsten Kreuzung links abbiegen und ordnete mich langsam in diese Richtung ein. Tja, Sie denken es sich wahrscheinlich schon, dann blieb mein Vorderrad im Gleiskörper hängen. Ich war nicht in der Lage, den Sturz abzufangen, weil das Vorderrad nicht mehr zu bewegen war.

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Gott sei Dank fiel ich nach links auf die Fahrbahn und nicht nach rechts auf den erhöhten Bürgersteig, denn da hätte ich mich mit Sicherheit am Kopf verletzt. So fiel ich auf meine linke Körperhälfte und zog mir diverse schmerzhafte Prellungen am Oberkörper und Ellbogen zu. Diverse blaue Flecken an den Beinen sind zu vernachlässigen.

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Es ist nichts Schlimmeres passiert, weil sofort drei junge Männer mir zur Hilfe eilten und mich regelrecht von der Straße holten, denn die Straßenbahn war im Anmarsch. Hierfür nochmals vielen, vielen Dank.

Und das alles nur, weil bei dem Umbau des Seckenheimer Zentrums kein Radweg gebaut wurde. Vielleicht gibt dieser Vorfall den Zuständigen ein wenig zu denken.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/32zXx5W