Patienten in Notlage

Von 
Leserbrief-Schreiber: Franz Sichler
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Zum Artikel „Krankheit verschleppt – aus Angst“ vom 4. April:

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Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen, war ich doch selbst Betroffener mit einer heftigen Entzündung. Es entsteht der Eindruck, dass das Coronavirus alleinig schuld sei an verzögerter Inanspruchnahme der ärztlichen Hilfe. Das ist aber leider nur die Hälfte der Wahrheit. Ich kann nur von meinem Fall sprechen: Sonntags bemerkte ich ein Unwohlsein, das sich montags verstärkte und mittwochs mich veranlasste, zum Arzt zu gehen. Der Hausarzt war krank, die Praxis geschlossen. Ab Donnerstag versuchte ich, bei einigen Fachärzten in Mannheim einen Termin zu bekommen. Termine bei allen Ärzten innerhalb der nächsten drei Wochen nicht erhältlich.

Vielzahl an Nummern

In der Zwischenzeit war es Samstag, meine Krankheit verschlimmerte sich drastisch, so dass mein letzter Ausweg nun der Notarzt war. Mein Zustand war mittlerweile so schlecht, dass ich das Angebot, zum Notarzt ins Klinikum zu gehen nicht mehr wahrnehmen konnte. Der Versuch, einen Fahrdienst zu bekommen, war nur unter der Rufnummer 112 erfolgreich. Natürlich war mir das unangenehm, war mir doch die angespannte Lage durch das Coronavirus bewusst.

Wenn man meinen Report liest, kann man sehen, dass die Verzögerungen nicht nur wegen des Coronavirus’ entstanden sind. Ein Laie kann die Dringlichkeit nicht einschätzen und ist auf eine ärztliche Diagnose angewiesen. Die muss aber möglichst zeitnah erfolgen und nicht nach drei Wochen. Fazit: In dem Fall wäre es gut, telefonisch jemand zu erreichen, der alles Notwendige veranlasst und den Patient nicht mit seinem Problem alleine lässt. Die Vielzahl der Rufnummern sowie der nicht richtig publizierte Ablauf im Notfall bringt die Patienten erst richtig in eine Notlage.

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Franz Sichler, Mannheim

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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3dZxsSB