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Ohne Empathie

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Zum Artikel „Bistum vertuschte Missbrauch“ vom 26. August:

Ach nein! Missbrauch in Trier? Sollen wir als Leser*innen und als niederes Kirchenvolk jetzt tatsächlich verwundert sein? Welches Bistum könnte behaupten, nicht in Missbrauchsskandale verwickelt zu sein? Welches Bistum hat denn tatsächlich offen und ehrlich „aufgeräumt“ in seinen Reihen? Stephan Ackermann, seines Zeichens seit 2009 Bischof von Trier und seit 2010 Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, steckt mitten drin in der unsäglichen jahrzehntelangen Vertuschungsmocke der Kirche. Wurde da möglicherweise der Bock zum Gärtner gemacht?

Und jetzt gibt er sein Amt ab, weil ihm vorgeworfen wird, den Namen einer Missbrauchsbetroffenen verraten zu haben? Dass die Namen von Tätern permanent verheimlicht werden, wäre natürlich kein Grund, den Posten verlassen zu müssen? Bischof Ackermann wurde in das Amt eingesetzt, um die unsäglichen Verbrechen in deutschen Bistümern aufzudecken und den Sumpf trocken zu legen. Doch upps, nach zwölf Jahren wird festgestellt, dass auch in Trier verdunkelt wurde.

Ganz schnell wird jetzt wieder eine neue Kommission mit noch mehr „kompetenten“ Menschen „als breit aufgestellte Verantwortungsstruktur“ gebildet, die weitere sechs Jahre Zeit hat, sich genau zu überlegen, welche Häppchen Wahrheit veröffentlicht und welche Brocken Gruseliges verheimlicht werden. Welche Kompetenzen muss man mitbringen, um beauftragter Aufklärungsverhinderer zu werden?

Ich kann nicht erkennen, dass Kirche Empathie mit den „Opfern“ aufbringt. Die am Machterhalt klebenden Oberen haben aus meiner Sicht ihr Gewissen, das sich sonst als eine besondere Instanz im menschlichen Bewusstsein auszeichnet, ausgeschaltet. Es geht ihnen nur darum, das eigene Fell zu retten, um den heißen Brei herumzureden und Zeit zu schinden, bis auch die letzten Täter verstorben und die Taten juristisch gesehen verjährt sind.

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Angela Wolf
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Mannheim
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3RhxS9J

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