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Oberrheingraben seismisch aktiv

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Zum Artikel „Geothermie in Mannheim? Das sagt die Politik“ vom 11. Mai:

Erdwärmekraftwerke sind auch in Deutschland eine feine Sache, wenn sie die richtigen Standorte haben, wie zum Beispiel im Münchener Umland. Das Gebiet dort ist nicht erdbebengefährdet und hat einen Untergrund aus weichem, porösem Kalkstein mit thermalwassergefüllten Hohlräumen und einer natürlichen hohen Fließrate.

Der Oberrheingraben dagegen ist seismisch aktiv. Dort wurde bei verschiedenen Projekten in festes Gestein (Granit oder Sandstein) tiefgebohrt, wodurch innere Spannungen im Gestein freigesetzt wurden, was zu Erdbeben führte.

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dpa
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Um hohe Fließraten (erst recht für die Lithiumgewinnung) zu erreichen, wird das aufgestiegene Wasser mit hohen Drücken in mehrere Bohrungen zurückgepresst, um vorhandene Risse im heißen Gestein aufzuweiten oder zu erzeugen. Bei Druckschwankungen oder Kraftwerksabstellungen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Erdbeben (bis zur Stärke 4) sowie zu Verschiebungen und Absenkungen der Böden. Dazu kamen Undichtigkeiten in den Bohrungen, Korrosion, lokale Grundwasserverunreinigungen und andere technische Probleme. Kein Wunder, dass im Oberrheingraben die Hälfte der Erdwärmekraftwerke mindestens einmal im Jahr für längere Zeit stillstand und unwirtschaftlich wurde. Deshalb haben beispielsweise die Pfalzwerke ihr Kraftwerk in Insheim verkauft.

Das scheint die Planer bei der Stadt und der MVV nicht zu interessieren. Sie spielen die Probleme runter und behaupten wider besseren Wissens, dass die Probleme im Griff seien.

Wenn dennoch eine Hauswand sich absenken oder einreißen sollte, dann gäbe es ja noch die Versicherung des Betreibers. Tatsache ist jedoch, dass hunderte Schadensfälle im Oberrheingraben vor Gerichten anhängig sind, weil Versicherungen und Landesregierung sich vor der Verantwortung drücken.

Joachim Schubert, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/39XfB0S

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