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Nehmen und Geben im Einklang

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Zum Artikel „Aus Alt wird Neu: Elektroschrott richtig entsorgen“ vom 30. Oktober:

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Zahlreiche Elektrogeräte – das weiß der Fachmann – werden seit geraumer Zeit auf frühen Verschleiß hin ausgelegt und damit auf gewollt begrenzten Betrieb. Intelligente Software bestimmt die Lebensdauer beziehungsweise Betriebsstunden verwendeter Komponenten. Nur regelmäßige Ersatz lässt zweifach die Kassen klingeln, beim Hersteller und beim Fachhandel. Mit diesem profitgetriebenen Trick wird Wirtschaftswachstum vorgetäuscht auf Kosten der Bürger.

Schon heute sind Schlüsseltechnologien von Rohstoffen abhängig, die sich unumstritten dem Ende zuneigen. Mein Rasierapparat einer bekannten Marke, Preis 285 Euro, gab nach recht kurzer Zeit den Geist auf, Reparatur lohnt nicht, so das Fachgeschäft! Solange diese verlogene Verschwendung endlicher Rohstoffvorkommen nicht eingedämmt wird, sind die törichten Richtlinien des Gesetzgebers hinsichtlich Recycling eine Farce. In der Medizin weiß man: „Das beste Mittel ist die Prävention.“ Also kann das Ziel nur lauten, Schrottmengen zu minimieren und nicht optimal zu entsorgen.

Der Mensch muss endlich begreifen, dass alles – aber auch alles – was wir heute produzieren, in endlicher Zeit unbrauchbar wird und infolgedessen entsorgt werden muss. Der gern benutzte Begriff „Recycling“ suggeriert eine gewisse Wertschöpfung. Weit gefehlt! Zahlreiche Produkte – ganz oben auf der Liste der Schadstoffträger steht die glorifizierte Batterie – sind praktisch nicht recycelbar. Mit anderen Worten sind keiner weiteren Verwendung zuzuführen und die Beseitigung kostet weitmehr als mögliche Wertstoffe einbringen. Ergänzt wird die gnadenlose Verschwendung durch die allerortsgeübte Praxis: Neukauf statt Instandsetzung. Der allgegenwärtige Verschrottungswahn stellt die größte Umweltbelastung dar.

Beabsichtigtes Versagen

Der ach so werbewirksame und missbräuchliche Begriff der „Nachhaltigkeit“ findet in der produzierenden Wirtschaft nicht die geringste Wertschätzung. Gezielt werden Verschleißteile wie Pumpen, Antriebsaggregate, Ventile etc. auf eine knapp begrenzte Lebensdauer ausgelegt. Bei beabsichtigtem Versagen besagter Komponentenempfehlen Hersteller und Lieferanten die Verschrottung und Neuanschaffung, da eine Reparatur sich angeblich nicht lohnt. Steigende Wachstumsraten werden stolz verkündet und beglücken die Industrie, die Politik fühlt sich bestätigt, Schrotthalden wachsen ins Unendliche – der dumme Bürger nimmt es hin.

Umweltfreundlich, um diesen gängigen Terminus zu gebrauchen, wird die Erde erst dann wieder, wenn lebenswichtige Ressourcen erschöpft sind und die Menschheit sich durch Kriege, Raubbau und Unverstand abgeschafft hat. Erst dann kann sich die Natur von den gewaltigen Schäden einer sogenannten Zivilisation regenerieren, wo Nehmen und Geben wiederum im Einklang stehen werden.

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Von
Wolfgang Rudolf
Ort
Mannheim
Datum

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3mYiKlm 

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