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Mit damaligem Park nicht zu vergleichen

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Zum Thema Friedrichspark:

Als „uralte Mannheimerin“ (Jahrgang 1927) muss ich mich zu obigem Thema auch zu Wort melden. In den Jahren 1930 bis 1948 wohnte ich mit meinen Eltern in B 4, 8 (das einzige Haus, das die Bombenangriffe in dieser Gegend überlebte). Der Friedrichspark war somit während meiner Kindheit nur wenige Schritte von Zuhause entfernt. Die Eltern kauften für mich und meine Schwester jedes Jahr ein Abonnement, mit dem wir in der schönen Jahreszeit (April bis Oktober) ohne Bezahlung ein- und ausgehen konnten. Der Eingang war gegenüber der Sternwarte und kostete für Kinder zehn Pfennige, für Erwachsene mehr.

Dieser Park war somit das Wichtigste während meiner Kinder- und Jugendzeit und ich liebte ihn über alles. So, wie er einst war, dürfte er allerdings nie mehr entstehen. Da war der große Weiher, mit Goldfischen, Schwänen und Enten. Eine Insel war da, die man über eine gebogene Holzbrücke erreichte. Überall im Park gepflegte Wiesen, Blumenrabatten, viele alte Bäume, Ruhebänke. Für die Erwachsenen gab es einen Tennisplatz und für uns Kinder einen großen Spielplatz mit Turngeräten (Barren, Ringe, Rundlauf).

Genug gelitten

Große Höhenunterschiede gab es im Park, man konnte auf einen Berg steigen und auf der anderen Seite wieder nach unten. Dann gab es das „Gesellschaftshaus“, das wir Kinder nicht betreten durften und ein Restaurant mit großer Terrasse, wo man Kaffee und Kuchen bekommen konnte. Darunter eine besonders schöne Anlage mit der „Blumenuhr“. Ach, es war einfach herrlich in „meinem“ Friedrichspark, den ich in den Jahren 1930 bis circa 1938 voll genießen konnte.

Die erste Zerstörung des Parkes erfolgte 1938 mit dem Bau des Eisstadions, das auf „unserem“ Spielplatz errichtet wurde, so dass wir keinen Spielplatz mehr hatten. Dann begann der Krieg und mit ihm wurde der Friedrichspark zerstört. Der große See wurde leergepumpt (weiß nicht, was mit den Enten, Schwänen und Goldfischen geschah) und an dessen Stelle wurde ein Luftschutzbunker gebaut. Wiesen und Beete verwahrlosten, weil kein Gärtner mehr da war, der das alles pflegte.

Was heute noch vom Friedrichspark vorhanden ist, ist nur ein winziger Rest, der mit dem damaligen Park nicht zu vergleichen ist. Aber ich finde, dass man diesen kleinen Rest nun doch erhalten sollte und nicht durch Bebauung noch mehr zerstören sollte. Mein Friedrichspark hat genug gelitten!

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Gerlinde Schnittler
Ort
Flörsheim
Datum
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