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Mehr Acht aufeinander geben

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Zum Artikel „Nicht jeder schlafende Hund muss geweckt werden“ vom 23. Oktober:

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Seit einiger Zeit verfolge ich teils ungläubig die Berichterstattung und die Lesermeinungen zum Fall Joko. Bisher habe ich mich an den Leserbriefen nicht beteiligt, doch in diesem Fall möchte ich mich zu Wort melden, da es sich hierbei meines Erachtens um ein perfektes Abbild unserer Gesellschaft handelt.

Seit Donald Trump ist die „Me first“ Gesellschaft in riesen Schritten auf dem Vormarsch und insbesondere die Hundehalter, von denen es seit Corona immer mehr gibt, gehen dabei voran. Die Ängste und Probleme der Menschen, für die der Hund auf dem Gehsteig ein fast unüberwindbares Hindernis darstellt, kann ich sehr gut verstehen. Ich denke, bei dem Thema aus zwei Gründen durchaus mitreden zu können. Erstens habe ich seit eines Kindheitserlebnisses selbst Angst vor Hunden. Einmal davon abgesehen, dass wöchentlich vor unserem Haus Hinterlassenschaften der Hunde zu finden sind, und die Hundehalter es nicht für nötig halten, diese zu beseitigen.

Hunde mit mehr Rechten

Zweitens habe ich meine Mutter sieben Jahre lang im Rollstuhl geschoben und kenne sehr gut die diversen Behinderungen auf Gehwegen. Da hilft es auch wenig, auf Autos oder Roller zu verweisen, denn der Hund stellt neben den erwähnten Behinderungen noch eine weitere dar. Diese Probleme scheinen aber der Hundehalterin und Galeristin völlig egal zu sein, was die „me first“-These noch unterstreicht. Die Rechte eines Hundes scheinen inzwischen in unserer Gesellschaft einen höheren Stellenwert zu haben, als die der Schwächsten.

Es ist bezeichnend, dass anscheinend mehr Leserbriefe die Belange des Hundes unterstützen, als die der zum Beispiel mobil eingeschränkten Mitmenschen. Wenn wir alle ein wenig mehr Acht aufeinander geben und unseren Egoismus etwas zurückstellen würden, dann wäre bereits ein großer Schritt zu einer empathischeren Gesellschaft getan.

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Von
Martin Kerkmann
Ort
Mannheim
Datum

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3H489xh

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