Marmelade für die Redaktion

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Leserbrief-Schreiber: Deine Christel Chowanetz-Dillmann, Hockenheim
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Leserin Christel Chowanetz-Dillmann auf ihrer Terrasse. © Dillmann

Lieber „Mannheimer Morgen“,

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bitte wundere Dich nicht über die zwei Pakete. Sie sind für die „Macher“ bestimmt, die dafür sorgen, dass wir Dich immer im Briefkasten finden. Du bist inzwischen dünn geworden, in schlechten Zeiten wurden die Leute immer schlank – aber mach Dir nichts draus, das gibt sich wieder! Wir sind froh, Dich überhaupt noch zu haben.

Ich bin Dir eine Erklärung schuldig: Eines meiner Steckenpferde ist Marmelade aus Wildfrüchten. Zum Selberessen, gelegentlich ein Glas zum Verschenken, ein Gutteil geht im Advent nach Ladenburg zum Musverkauf für einen guten Zweck und damit ich das Geld fürs Kochgas und den Zucker wieder hereinkriege, verkaufe ich einen Teil auf dem Flohmarkt beim „Hockenheimer Mai“. Der ist aber heuer gestrichen.

Als ich mir meine Vorräte im Keller angesehen hatte, habe ich gedacht: zu schade zum Stehenbleiben. Neben vielen Netten – der Briefträgerin, die Dich bringt (weil wir die Bergstraßen-Ausgabe von „Daheim“ haben wollen), der Müllabfuhr und so weiter, bist Du mir eingefallen und vielleicht mache ich Dir in dieser Zeit ein bisschen Freude.

Platz für Humor

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Es gibt sicher nicht ein Glas für jeden, der für Dich arbeitet – das Porto würde meine Kasse nicht verkraften – aber man kann ja auch teilen. Nur so als Vorschlag. Aber etwas, das mir bei Dir immer Freude gemacht hat, vermisse ich sehr. Hat es Deinem Karikaturisten die Petersilie verhagelt? „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ – ein Plätzchen dafür müsstest du doch finden? Übrigens – das Einzige, was wir im Augenblick für den äußersten Notfall hamstern, bist Du. Eine meiner Kinderpflichten vor gut 70 Jahren war, Deine alten Ausgaben zu zerschneiden und auf einem Draht an einem gewissen Örtchen aufzuspießen. Nix für ungut! Ich habe immer sorgfältig den Spaltenfugen nachgeschnitten, damit ich nachher meiner Lesefreude nachgehen konnte. In Ruhe. Das müsste ich heute aber nicht mehr.

So, das war’s. Lieber „Mannheimer Morgen“, ich wünsche Dir weiterhin ein gesundes Erscheinen und Deinen „Machern“ guten Appetit.

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Deine Christel Chowanetz-Dillmann, Hockenheim