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Leserforum Leserinnen und Leser schreiben zum Thema Corona

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Zum Thema Corona:

Mit Bestürzung lese ich auf der Titelseite „Angst vor der dritten Welle“. Warum schürt man so weiter ein dumpfes Drohszenario in einem bislang weitgehend konzeptionslosen, zum Teil hysterischen Umgang mit dem Coronavirus? Die Presse, die bisher mehr als willfährig den von Frau Merkel (und den Länderchefs) vorgegebenen Weg mitgeht, sehe ich gefordert, hartnäckig und lautstark ein Konzept einzufordern, wie man diejenigen schützt, die am gefährdetsten sind. Diese Betroffenen sind bislang sehr unzureichend gegen eine Infektion geschützt worden.

Ein Intensivpfleger ist auf der Covid-19 Intensivstation im Städtischen Klinikum Dresden mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt. © dpa
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Warum handeln die Entscheidungsträger wie ein Kaninchen vor der Schlange, indem sie ständig auf Inzidenzwerte starren, und dabei vernachlässigen, dass man sehr wohl die Zahl derer (siehe oben), die die Intensivbetten benötigen, deutlich reduzieren kann! Unser Gesundheitswesen kommt vor allem auch deswegen an die Grenze, weil man es seit einiger Zeit versucht, kaputt zu sparen (Personalmangel, schlechte Bezahlung). Warum werden die wirtschaftlich Schwachen (Einzelhandel, Gastronomie, Kunstschaffende und so weiter) drangsaliert, ohne dass gesicherte Zahlen der Infektionsgefährdung vorgestellt werden? Was soll diese polemische Formulierung „…dritte Welle“?

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Julia Korb
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Man wird mehr oder minder hohe Wellen in jedem Jahr haben. Bei der Influenza zum Beispiel leben wir seit Jahrzehnten mit wellenförmigen Infektionszahlen (warum unterblieb vor rund vier Jahren mit etwa 24 000 Todesfällen ein dem jetzigen vergleichbarer Aufschrei?) Warum geht man mit dem Thema Mutation des Corona-Virus nicht sachlicher um? Das Influenza-Virus zum Beispiel wandelt sich nahezu jährlich (= mutiert), daher ist ja auch jährlich ein anderer, angepasster Impfstoff nötig. (von Dietrich Bierweiler, Plankstadt

Unter den 16 deutschen Bundesländern sind drei Stadtstaaten, Berlin, Hamburg und Bremen. Sie werden von einem Senat geführt, dessen Vorsitzender der erste Bürgermeister ist, der zugleich Repräsentant seines Bundeslandes ist. Die Ministerpräsidentenkonferenz, mit der Frau Merkel zur Zeit so viel konferiert, hat einen Vorsitzenden, Peter Müller, erster Bürgermeister von Berlin. Sein Vize ist der bayrische Ministerpräsident Söder. Bis heute wird Peter Müller oft als Berliner Bürgermeister angekündigt, wenn die Ergebnisse der MP-Konferenz vorgestellt werden. Das ist nicht richtig. Er darf Vorsitzender der MP-Konferenz als zweiter nach der Bundeskanzlerin in der Pressekonferenz sprechen. Söder, als Vize, als Dritter.

Die dritte Welle steht unmittelbar vor der Tür. Wissenschaftler warnen vor einem exponentiellen Anstieg der Fallzahlen im März. Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU Ralph Brinkhaus spricht von der Notwendigkeit einer Revolution, der Notwendigkeit einer Notstandsgesetzgebung, der fehlenden Vorbereitung auf Krisen, des fehlenden Durchgriffs des Bundesgesundheitsministers auf die lokalen Gesundheitsämter und das Fehlen von Bund-Länder-Kommunalen-Krisenstäben.

Die Bundesregierung hat am 25. Januar in einer Pressemitteilung darüber informiert, dass sie zur Unterstützung der Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe Freiwillige für das Testen sucht, wofür sie eine Webseite von der Agentur für Arbeit einrichten ließ. So viel zum Ernst der Lage.

Erste Anzeichen dafür, dass die dritte Welle anrollt, gibt es. Doch was machen die Kommunen? Hier in Mannheim ist im „MM“ unter der Überschrift „Corona-Pandemie: Einsatz der Bundeswehr nun bis Mitte April genehmigt / Zahl der Soldaten im Gesundheitsamt reduziert“ zu lesen, dass die Zahl der Soldaten in Sachen Corona in der Aufgabe der Benachrichtigung von Infizierten von 30 Soldaten auf 22 verringert wurde. Man reduziert das Personal zu einem Zeitpunkt, zu dem eher eine Katastrophenschutzübung anzusetzen wäre.

Wenn das Gesundheitsamt überzeugt wäre, dass es genügend Personal von einem Tag auf den anderen für einen Anstieg der Inzidenz von 50 auf 100 im Laufe einer Woche zur Verfügung hat, dann könnte man sich zurücklehnen und entspannt abwarten, was passiert. Wenn das – was eher anzunehmen ist – nicht der Fall ist, dann sollte die Kommune alles tun, um Freiwillige und Beamte aus anderen Aufgabenbereichen sofort für die Aufgabe der Nachverfolgung und für Tests gewinnen und trainieren. Nur so kann meines Erachtens gelebte Verantwortung für uns BürgerInnen aussehen. (von Günther Kirchner, Mannheim)

Vor einigen Tagen ging die These durch die Medien, dass Vitamin D gegen Corona hilft. So isoliert betrachtet ist das natürlich Quatsch, aber Vitamin D ist ein Baustein – ein wichtiger – in unserem Immunsystem. Ein starkes Immunsystem ist wichtig für die Bekämpfung jeglicher Viren und Bakterien, es muss auch immer „in Betrieb“ gehalten werden. Das heißt, durch die Begegnung anderer Menschen oder Dinge bekommt die körpereigene Abwehr immer was zu tun und wird somit gestärkt. So als Laie gesprochen.

Das Immunsystem bei Kindern und Jugendlichen, die durch die Schule und Vereine viele Kontakte und Bewegung haben und doch ab und zu ein Obst essen, wird täglich gestärkt. Jetzt sind diese Kinder, mit wenigen Ausnahmen, seit einem Jahr ruhig gestellt. Keine Kontakte, keine Bewegung, aus Langeweile wird sich Chips und Fertigpizza reingezogen. Das Immunsystem hat nichts mehr zu tun, verfällt in einen Schlafmodus. Jetzt gehen diese Kinder wieder in die Schule, die Abwehrkräfte sind noch nicht wach und somit haben die Viren wieder gut Chancen sich auszutoben. Fazit: Die Infektionen gehen auch bei den Kindern rasant nach oben. (von Jutta Hagen, Mannheim)

Ich lese mit großem Interesse natürlich auch morgens Zeitung. Da ich bei meinen Großeltern lebe, den „MM.“ Aber ich rege mich viel zu oft über Artikel und Leserbriefe auf – aus verschiedenen Gründen. Zum einen fehlt es leider oft an den richtigen Worten, zum Beispiel bezüglich des Corona-Vakzines. Eine RNA ist überlebensnotwendig für jeden Organismus, da ohne das Umschreiben der doppelsträngigen DNA in die einsträngige RNA eben keine Proteine gebildet werden können. Und Proteine sind quasi die Grundlage dafür, dass ein Organismus funktioniert. In der Zeitung war leider immer nur von einer Virus-RNA die Rede. Ohne Leuten die Panik zu nehmen, dass dies eben total normal ist.

Zum anderen lese ich leider immer nur von den Leiden der alten Leute. Nun, als jemand, der letztes Jahr unter Pandemie-Bedingungen das Abitur schreiben musste und ein Studium aufnehmen musste – ich kann nicht oft genug sagen, wie schlecht es meiner Generation geht. Ich weiß nicht, wie viele meiner Freunde über ihre Psyche klagen, diese Jahre um das Abitur und Studium sollen die besten Jahre sein. Ich habe seit November einmal meine beiden besten Freundinnen gesehen, getrennt. Ich sitze nur zu Hause, ich weiß nicht, wie lange ich das als junge Person, die noch so viel erleben will und kann, aushalte. Und so geht es allen, mit denen ich kommuniziert habe. Wir sind alleine. Es kann doch nicht sein, dass einer Gesellschaft so wenig an einer Generation liegt, die in ein paar Jahren ihre Rente finanzieren soll. (von Céline Rasse, Mannheim)

Nach einem Jahr verantwortungsloser Panikmache sollte der „Mannheimer Morgen“ seinen Lesern endlich reinen Wein einschenken: Das Ziel der „Besiegung des Virus“ (was ist darunter zu verstehen? Vollständige Ausrottung?) ist nicht zu erreichen und vollkommen utopisch. Wenn eine Regierung sich dieses Ziel gegen alle Vernunft setzt, wird sie die harten, weniger harten, mittelharten und so weiter Stillstands-Maßnahmen in alle Ewigkeit fortsetzen müssen. Der gegenwärtige, verharmlosend „Lockdown“ genannte Zustand wird uns also unter dieser Voraussetzung für immer bleiben.

Nicht die dritte, vierte, fünfte und so weiter Welle werden Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland zerstören, sondern die wegen der „Besiegung des Virus“ notwendigen Verlängerungen der Stillstands-Maßnahmen bis zum St. Nimmerleinstag. Viele Wissenschaftler und Experten haben längst auf diesen Sachverhalt hingewiesen. (von Gunter Zimmermann, Mannheim)

Offenbar hatte ich Glück, so bald zu den zufällig ausgewählten „Impflingen“ zu gehören, die von der Stadt angeschrieben worden sind und von dem Angebot Gebrauch machen können. Gleich nach Eingang des Schreibens habe ich bei der angegebenen Telefonnummer angerufen, hatte sofort einen Gesprächspartner und innerhalb von fünf Minuten meine beiden Impftermine, den ersten nach drei Tagen. So sind mir weitere vergebliche Versuche bei der Hotline erspart geblieben. Das hat prima geklappt. Ein großes Dankeschön an die Stadt für ihre Initiative. (von Hannelore Jordan, Mannheim)

Vorbilder sind auch die Fußballer nicht, egal aus welchem Verein, die sich in diesen Zeiten in aller Öffentlichkeit um den Hals fallen. Während Menschen, die ihre Angehörigen im Pflegeheim, Krankenhaus und so weiter nur unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen besuchen dürfen, nicht mal deren Hände halten dürfen. Ein Hohn. Man kann seine Freude, wie wir alle, die sich an die Maßnahmen halten, auch anders ausdrücken. Wem würde jetzt nicht eine Umarmung guttun? Da fehlen mir die Worte. (von Irmtraud Knorr, Mannheim)

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