Leser zu Kapitänin Racketes Vorgehen

Von 
Leserbrief-Schreiber: Bernhard Hartkorn, Walter Dawidowski und Uwe Merkel
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Zum Leserbrief „Verhalten rechtswidrig“ vom 13. Juli zum Thema Carola Rackete:

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In seinem Leserbrief zu dem Artikel äußert sich Herr Bleckmann über das Verhalten der Kapitänin der Seawatch. Dieses Verhalten wäre angeblich rechtswidrig gewesen. Schiffe müssten Schiffbrüchige zum nächsten (!) Hafen transportieren. Nun, ich kenne mich zwar nicht gerade mit dem Seerecht aus, aber bestimmt darf es auch der übernächste oder irgendein anderer Hafen sein.

Von einem rechtswidrigen Verhalten zu sprechen, nur weil es nicht der nächste Hafen war, erscheint mir da einfach nur unsinnig und zynisch. Es ist allgemein bekannt, dass keine Flüchtlinge nach Libyen gebracht werden sollten, weil ihnen dort ein Aufenthalt in Internierungslagern mit übelsten Misshandlungen droht.

Ein solches Verhalten widerspräche unserer Zivilisation mit all ihren Werten. Oder wollen wir zurück in die Zeit der Barbarei? Lieber nicht!

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Frau Rackete ist ihrem Gewissen gefolgt und hat sich für Menschlichkeit entschieden. So etwas verlangt Respekt! (von Bernhard Hartkorn, Lampertheim)

Im Mittelmeer ertrinken Menschen, mehrere Hundert pro Jahr, die zum größten Teil nichts weiter wollen, als ein lebenswertes Leben zu führen, statt ständig Hunger, Durst, Krieg und sonstiger Gewalt oder Unterdrückung ausgesetzt zu sein. Die EU weiß das alles, aber es interessiert ihre Regierungen nicht mehr.

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Gleichzeitig gibt es in Italien, das zugegebenermaßen seit vielen Jahren vom Rest der EU mit dem Flüchtlingsproblem allein gelassen wird, einen ständig Gift und Galle spuckenden Innenminister, der dazu ekelhafterweise immer wieder seinen katholischen Glauben herauskehrt. Er sollte einmal die Grundlage dieses Glaubens, das Evangelium, lesen. Dieser Innenminister hat in seinem Land Gesetze und Verordnungen erwirkt, die die Rettung von Flüchtlingen aus Seenot unter Strafe stellen und die meines Wissens derzeit vom EU-Gerichtshof auf Vereinbarkeit mit EU-Recht überprüft werden. In dieser Gemengelage trat eine mutige junge Kapitänin auf den Plan, für die Menschlichkeit noch kein Fremdwort geworden ist. Das Einzige, was dem Verfasser des Leserbriefes dazu einfällt, ist „Verhalten rechtswidrig“!

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Zur Erinnerung: In Libyen tobt seit Gaddafis Sturz ein Bürgerkrieg, derzeit versucht gerade ein General, das Land unter seine Kontrolle zu bringen, und schreckt dabei auch nicht davor zurück, Flüchtlingslager (die besser „-gefängnisse“ genannt würden, da hermetisch abgeriegelt) zu bombardieren. In solch einem Land gibt es keinen sicheren Hafen. Ein Kapitän müsste Tinte getrunken haben, um dort, wo ihm jederzeit Bomben auf den Kopf fallen können, anzulegen.

Der Gipfel ist, Bundespräsident und Außenminister indirekt zum Rücktritt aufzufordern, weil sie Mut in Verbindung mit Menschlichkeit loben und Unmenschlichkeit kritisieren. Sind das die vielzitierten, aber immer weniger gelebten „europäischen Werte“? (von Walter Dawidowski, Dossenheim)

Im Auftrag der Wissenschaft starten sie, zu Silvester und in Kriegen feuert man sie ab. Hier ist eine „humane“ Rackete, die gefeiert wird, als sei sie ein heiliger Samariter. Manche sehen in ihr die legitime Anwärterin für den Friedens-Nobel-Preis. Tatsache ist jedoch: Carola Rackete hat die territoriale Hoheit eines europäischen Nachbarstaates massiv beschädigt. Die Besatzung eines Bootes der Küstenwache Italiens wurde zudem in Gefahr gebracht.

Im Straßenverkehr drohen bei Verstößen ein Entzug der Fahrerlaubnis und die Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Doch über einen Entzug des Kapitänspatentes und medizinisch fundierte Untersuchung ihres Geisteszustandes wird nicht einmal nachgedacht. Stattdessen erweist sich ihr Handeln als legitimiertes Schleppertum, das bis in hohe Kreise (Bundespräsident und Außenminister) goutiert wird. (von Uwe Merkel, Mannheim)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2LQjN5s 

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