Lebenslange Warteschleife

Von 
Leserbrief-Schreiber: Michael Häusler
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Zur Kolumne #mahlzeit „Bei Gott in der Warteschleife“ vom 29. Januar:

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Ein sehr interessanter Beitrag! Er enthält allerdings einige Wendungen, die gewöhnungsbedürftig sind. So etwa den Ausdruck „Gutmenschinnnen“. Logisch, wenn man unter Gutmenschen nur Männer versteht. Statt „Drohninnen“ würde ich jedoch den Ausdruck „Bienen“ bevorzugen. Ich stolpere über das Wort „Fan“. Im Satz „Caro ist kein Fan“ sollte es konsequenterweise heißen: „Caro ist keine Fannin“. Aus dem Zusammenhang heraus ist wohl gemeint, sie sei kein Fan von, ja von was, von einer Katholischen Gemeinde oder sogar von Gott?

Anspruchsvoller wird der Text ab der Stelle, an der der Autor sich fragt, was man Gott fragen würde. Caro, die ja kein Fan ist, versucht es einfach so: „Frag’ ihn: Gibt es dich?“ Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens die, dass es ihn nicht gibt. Dann bleibt die Frage unbeantwortet. Zweitens gibt es die Möglichkeit, dass es ihn gibt. Ogottogott! Vielleicht hilft Folgendes: Moses sollte auf Gottes Geheiß die Söhne Israels aus Ägypten führen. Als er diesen Auftrag bekam, entgegnete er: „Wenn sie mich fragen: ‚Wie ist’s um Seinen Namen?‘ was soll ich ihnen sagen?“ Da sprach Gott zu Moses: „Ich bin der ‚Ich bin‘.“ Es gab und gibt Menschen, die an ihrer eigenen Existenz zweifeln.

Geständnis des Autors

Nach radikalen Zweifeln an der eigenen Erkenntnisfähigkeit kam René Descartes zu dem Schluss: „Cogito ergo sum.“ Oder etwas ausführlicher: „Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder fantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“ Absolut logisch ist der Satz: „Wenn ich aber wüsste, dass es Gott gibt, dann hätte der Glaube auch ein abruptes Ende.“ Sehr ehrlich ist das Geständnis des Autors: „Ich versuche seit 50 Jahren, an Gott zu glauben.“ Aus der Warteschleife kommen wir wohl ein Leben lang nicht heraus.

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