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Kunstwerk in erbärmlichem Zustand

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In neuer alter Pracht hat jetzt ein Kunstwerk des Röhren-Künstlers Hans Nagel im Entree der IHK Rhein-Neckar in Mannheim wieder einen würdigen Platz gefunden. Ein Glück für die imponierende Plastik des Künstlers, das jedoch nicht allen seinen Werken beschieden ist. Denn die von Autorin Waltraud Kirsch-Mayer vor der Zwölf-Apostel-Kirche auf der Vogelstang vermutete „kleinere Röhrenplastik in Orange/Schwarz“ ist in Wirklichkeit stattliche sieben Meter hoch, besteht aus zwei grün/rot angestrichenen Elementen und ist das größte hinterlassene Röhren-Kunstwerk des Künstlers überhaupt.

Aber im Gegensatz zu der jetzt mit viel Liebe und Achtsamkeit von Andreas Mader restaurierten und bewunderten Skulptur in der IHK, befindet sich diese nun schon seit mehr als zwei Jahrzehnten gut sichtbar und allseits bekannt in einem außerordentlich erbärmlichen und bejammernswerten Zustand. Sie ist total vergammelt und verrostet und Restaurator Andreas Mader hatte wohl bei seinen Studien an vergleichbaren Nagel-Skulpturen in der Region nicht umsonst um dieses gewaltige Elend einen großen Bogen gemacht.

Diffizile Angelegenheit

Nein, mit seiner kreativen Hinterlassenschaft auf der Vogelstang hat sich der begnadete und wenn es gerade passt auch hochverehrte Künstler Nagel keine Freunde geschaffen. Niemand schert sich da um die verrottende Authentizität seines künstlerischen Erbes. Die kommunalen Kulturbehörden wollen mit diesem Monstrum nichts zu schaffen haben und selbst Nagel-Sohn Daniel hat sich still wieder zurückgezogen im Anblick der schieren Größe des väterlichen Werkes.

Kunst ist halt doch eine ziemlich diffizile Angelegenheit und ihre Verehrer manchmal auch noch recht scheinheilig obendrein.

https://red.morgenweb.de/index.php?artikel=-leserbrief-kunstwerk-in-erbaermlichem-zustand-&arid=1910636&puid=3&pageid=2537

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Gerhard Noack
Ort
Mannheim
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