Konzept in Ladenburg weder schlüssig noch nachhaltig

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Leserbrief-Schreiber: Heinz-Herbert Noll
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Zum Artikel „Die wachsende Stadt beschäftigt alle“ vom 11. Januar:

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Allein in diesem Monat Januar sind im „Mannheimer Morgen“ drei Artikel zum aktuellen und zukünftigen Wachstum der Stadt Ladenburg erschienen. Nach der Martinshöfe-Bebauung, der Bebauung der neuen Nordstadt und des Hockenwiesenareals gerät nun die Planung für eine Bebauung des ABB-Geländes in den Blick.

Ob die mit all diesen Bauprojekten und -vorhaben zwangsläufig einhergehende starke Vergrößerung der Einwohnerzahl mit ihren potenziell positiven, aber vor allem auch negativen Begleiterscheinungen erstrebenswert ist, scheint keine Frage zu sein, die sich die Verantwortlichen stellen oder gar mit der Bürgerschaft diskutieren. Eine Cost-Benefit-Analyse des massiven Wachstums ist in der Öffentlichkeit nicht bekanntgeworden.

Dieser Zeitung war in einem früheren Artikel zu entnehmen, dass allein die kürzlich abgeschlossenen und derzeit andauernden Bebauungsprojekte die Bevölkerung Ladenburgs um rund 4000 Einwohner vergrößern würden. Im „MM“ heißt es, dass darüber hinaus „auf dem ABB-Areal einige tausend Menschen neuen Wohnraum finden“ sollen. Wenn diese Zahlen in etwa stimmen sollten, würde sich die Einwohnerzahl der bisherigen idyllischen Kleinstadt Ladenburg in wenigen Jahren mindestens um rund ein Drittel bis die Hälfte vergrößern.

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Gegen eine behutsame Stadtentwicklung ist sicher nichts einzuwenden, aber als behutsam kann man solche Größenordnungen wohl kaum bezeichnen. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang allenfalls die Notwendigkeit, die „Infrastruktur“ – etwa Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen oder das Personal im Rathaus – an die wachsenden Einwohnerzahlen anzupassen. Aber was ist mit dem von der Stadtverwaltung sonst so oft betonten Klima-, Landschafts- und Umweltschutz, der sozialen Struktur und dem sozialen Klima der Stadt, der Lebensqualität der Bürger und nicht zuletzt auch der baulichen Ästhetik?

Während die wenigen Hausbesitzer, die ihre Vorgärten – meist aus Altersgründen – umwidmen und mit Kies oder Schotter auffüllen, nicht nur an den Klimapranger gestellt, sondern auch mit Bußgeldern bestraft werden, wird gleichzeitig mit den Bebauungsprojekten in großem Stil wertvolle Fläche versiegelt und Landschaft verbraucht. Das ist weder schlüssig noch nachhaltig! Von Heinz-Norbert Noll, Ladenburg

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Info: Originalartikel unter http://bit.ly/39OmhuM