Klimaschutz und Klimaaktivisten

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Zum Thema Klima:

Polizeibeamte stehen auf dem Archivbild neben Klimaaktivisten, die sich am Karlsplatz in München auf die Fahrbahn geklebt haben. © Sven Hoppe/dpa

Taliban zerstörten in ihrem religiösen Eifer mit der Sprengung der Buddha-Statuen von Bamiyan ein Weltkulturerbe. Islamisten brannten in ebenfalls religiösem Eifer die Bibliothek von Timbuktu nieder und zerstörten so Manuskripte von unschätzbarem Wert. Man kann jetzt fragen, was haben Taliban und Islamisten mit den sogenannten Klimaaktivisten „Die letzte Generation“ gemein? Nun, in Anlehnung an Heinrich Heines Diktum von 1817 kann man sagen: Wer in fundamentalistischem Eifer Kulturgüter mit, wie auch immer gearteten, Gegenständen bewirft und beschädigt, steinigt am Ende auch andere Menschen.

Dass bei den kruden Aktionen der „letzten Generation“ der Tod Unbeteiligter billigend in Kauf genommen wird, zeigen die Vorkommnisse in Berlin. Ziviler Ungehorsam und bürgerlicher Protest als legitime Mittel, Missstände anzuprangern, den Finger in die Wunde zu legen, sind das eine. Hunderte berufstätiger Menschen im Berufsverkehr in Geiselhaft zu nehmen sind das andere. Wer sich zudem nicht entblödet Kunstwerke von Weltrang mit Nahrungsmitteln zu bewerfen, um dann im gleichen Atemzug lautstark und larmoyant den Hunger in der Welt zu beklagen, disqualifiziert sich selbst.

Im Rampenlicht aufspielen

Mit solchen Aktionen erreicht man nichts außer Polarisierung und Spaltung. So überzeugt man keine Menschen, und schlimmer noch, man schadet der gesamten Umweltschutzbewegung, bringt sie in Misskredit. Da diese Gruppen ernsthafte Sanktionen nicht zu befürchten haben, werden sie weitermachen und sich mit narzisstischen Selbstdarstellungsshows als die „wahren Kämpfer zur Rettung des Klimas“, als „Märtyrer“ gar im Rampenlicht der Öffentlichkeit aufspielen. Und sie werden, um in den Medien präsent zu bleiben, die Aggressivität ihrer Aktionen steigern. Von Gewalt gegen Sachen ist es dann nur ein kleiner Schritt zur Gewalt gegen Menschen.

Ohne nun Verschwörungstheorien Vorschub leisten zu wollen, es wäre doch interessant einmal der Frage nachzugehen: Wer organisiert, koordiniert und vor allem wer finanziert und steht eigentlich hinter Gruppen wie „Die letzte Generation“ oder „Extinction Rebellion“?

Zu guter Letzt noch eine allgemeine Bemerkung: Wir müssen aufhören uns etwas vorzumachen und erkennen, dass der Klimawandel nicht mehr aufgehalten werden kann, da er längst da ist. Die vielzitierte 1,5 Grad Marke ist gerissen. Jetzt muss es darum gehen, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Auswirkungen des Klimawandels erträglich zu gestalten. Erträglich für alle Menschen dieser Erde wollen wir nicht einer dystopischen Zukunft entgegengehen. Gelingen kann das jedoch nur gemeinsam und im globalen Rahmen.

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Karl Klemm
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Lampertheim
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Könnte es nicht sein, dass derartige Forderungen mehr oder weniger populistisch sind und nur an die Symptome bekämpfen? Vielleicht wäre es sinnvoller, sich um die Gründe für derartige Aktivitäten zu kümmern. Zum Beispiel alle Maßnahmen, die die Klimaveränderungen forcieren, zu reduzieren. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, fallen dazu mir dazu folgende ein:

Geschwindigkeitsbegrenzungen, wie in den Niederlanden, auf 100 Kilometer pro Stunde, Dienstwagenprivilege abschaffen, Kraftstoffsubventionen abschaffen, Lebensmittelverschwendungen reduzieren, siehe Antiwegwerfgesetz in Frankreich.

Das sind nur vier Vorschläge im Sinne des Klimaschutzes. Übrigens auch zum Schutz der gesamten Menschheit (auch der Autofahrer, die sich heutzutage so echauffieren).

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Von
Wolfgang Mitternacht
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Mannheim
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45 000 sind auf dem Highway zur Klimahölle nach Ägypten gepilgert. Dort wurde verkündet, wir leben auf einer Erde des Leids. Wer bisher noch etwas positiv in die Zukunft schaute, wird enttäuscht. Also auf zur Tat, wir kleben uns alle irgendwo fest und warten auf die Erlösung, ohne wenn und aber. Denn ohne wenn und aber bedeutet, auch wenn es uns ruiniert und letztendlich nichts bringt, wir steigen aus allem aus. Kohle, Öl, Gas und Kernkraft brauchen wir nicht, basta. Betet bitte dafür, dass der Rest der Welt uns folgt und mitmacht, ohne wenn und aber. Es droht sonst die Klimahölle!

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Von
Jürgen Schmitt
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Mannheim
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Ich kann Frau Emmrich nur zustimmen. Wir haben bezüglich der Klimaveränderung kein Erkenntnisdefizit, wir haben ein Handlungsdefizit! Es ist viel geredet und geschrieben worden. Aktuell zählen nur noch die Taten! In diesem Zusammenhang wäre es aber gut, nicht nur die schlechte Nachricht zu kommunizieren und Defizite zu beklagen, sondern auch über positive Beispiele im „MM“ zu berichten. Schließlich haben sich schon einige Gemeinden auf den Weg gemacht, sich nachhaltig mit Energie zu versorgen. Mehr noch, es ist bereits gelungen, energieneutral zu sein und eine ausgeglichene CO2 Bilanz zu erzielen.

So zum Beispiel der Rhein-Hunsrück-Kreis, dort haben sich mehrere Gemeinden zusammengeschlossen und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Wie so oft braucht es aber sehr viele Menschen und politisch Verantwortliche, die trotz Gegenwinds über den Tag hinausdenken und den Worten und Konzepten auch Taten folgen lassen. Es wäre gut, wenn diese guten Beispiele möglichst viele Nachahmer finden würden.

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Von
Karin Steffen
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Mannheim
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