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Austritte Kirchen stehen vor Problemen

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Papst Franziskus (r.) spricht bei seiner wöchentlichen Generalaudienz in der Halle Paul VI. im Vatikan. Es war die erste Generalaudienz von Franziskus, seit er sich am 4. Juli einer geplanten Operation unterzog. © dpa

Zu den Artikeln „Weniger Christen“ vom 16. Juli und „Jesuit als Liebling der Massen“ vom 30. Juni:

Mit „Weniger Christen“ ist ein interessanter Artikel im „Mannheimer Morgen“ überschrieben. Er beleuchtet aber nur die Situation im Katholischen Bistum Speyer und in der Evangelischen Kirche der Pfalz. Bundesweit sieht die Lage nach den Statistiken der beiden Kirchen so aus:

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der amtlich erfassten Christen um etwa 900 000 Personen zurückgegangen. Dabei sank die Zahl der Katholiken um etwa 400 000 auf etwa 22,2 Millionen, der Protestanten um etwa 500 000 auf 20,2 Millionen. Bezieht man die teilweise geschätzten Zahlen der orthodoxen Christen und Mitglieder verschiedener Freikirchen mit ein, bezeichneten sich rund 44,8 Millionen Menschen als Christen. Das sind 54 Prozent der Wohnbevölkerung von 83,1 Millionen. 1990 lag der entsprechende Anteil der Christen bei etwa 72 Prozent.

Der Rückgang ist zum einen darauf zurückzuführen, dass im vergangenen Jahr zusammen rund 492 000 Beerdigungen etwa 264 000 Taufen gegenüber standen, der Sterbeüberschuss also bei 228 000 lag. Dieser Trend wird sich wahrscheinlich fortsetzen. Das bedeutet zum anderen, dass für den Rückgang überwiegend Kirchenaustritte in Höhe von rund 672 000 verantwortlich waren. Auch im laufenden Jahr ist die Austrittsbereitschaft weiterhin sehr hoch.

Die Zahl der Menschen, die keiner religiösen Gemeinschaft angehören, liegt bei 31,6 Millionen, also deutlich über der Zahl der Katholiken einerseits oder der Protestanten andererseits (siehe oben). Muslime machen rund sechs Millionen aus. Der Rest bezieht sich auf Juden, Buddhisten, Hinduisten und andere religiöse Gruppen.

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Die Entwicklungen in der katholischen Kirche sind mehr als beschämend. Und diese unglaublichen Vorkommnisse haben schwere Folgen. Am 29. Juni feierte die katholische Kirche das Fest der Apostel Petrus und Paulus. Seit Beginn der jungen Kirche, mit den herausragenden klugen und mutigen Köpfen, die für ihren Glauben ehrfurchtsvoll in den Tod gingen – Petrus auf Wunsch, gekreuzigt mit dem Kopf nach unten und Paulus durch das Schwert.

Im „Mannheimer Morgen“ wurde von Pater Leppich SJ berichtet. Er war auch ein Streiter für Gott im 20. Jahrhundert. Er hat es in seinen deutlichen Wanderpredigten geschafft, tausende von Menschen anzuziehen und die Missstände der katholischen Kirche beim Namen zu nennen.

Heute wären solche überaus mutigen Persönlichkeiten bitter nötig. Tröstlich ist die alte Weisheit: „Gott lässt die Eichbäume nicht in den Himmel wachsen!“

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