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In Mannheim nicht möglich?

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Zum Artikel „BUND kritisiert Heizwerk-Pläne der MVV“ vom 13. August:

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Die MVV Energie AG rühmt sich dafür, ihre Energiewende in Mannheim grün, transparent und demokratisch durchzuführen. Deshalb wurde mit ihrer Beteiligung ein städtischer Lenkungskreis für Klimaschutz gebildet. Obwohl dieser erst ein einziges Mal getagt hat, beginnt die MVV mit dem Bau eines großen Heizkessels für Fernwärme am Rheinauer Ufer ganz in der Nähe des GKM.

Damit schafft sie im Alleingang Fakten für ein Konzept, über das noch keine Einigkeit im Lenkungskreis erzielt worden ist. Gleichzeitig wird bekannt, dass die EnBW (Miteigentümer des GKM) im Kraftwerk Heilbronn einen großen gasbefeuerten Gas- und Dampfblock für 620 bis 750 MW Strom und bis zu 200 MW Fernwärme als Ersatz für den Steinkohleblock 7 bauen wird. Damit soll laut EnBW-Chef Mastiaux die Versorgung mit Industriestrom und Fernwärme wetterunabhängig und preisgünstig sichergestellt werden. Der Brennstoff Erdgas soll später schrittweise durch Biogas und Wasserstoff ersetzt werden.

Atomstrom aus dem Ausland

Warum ist das in Mannheim nicht auch möglich? Mittlerweile haben Energieversorger in Kiel (durch MVV), Berlin, Bremen, Köln, Düsseldorf und Herne Kohleblöcke durch gasbefeuerte Kombiblöcke mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ersetzt. Nur in Mannheim wird ein teurer Irrweg eingeschlagen, der die Versorgungssicherheit selbst ohne Dunkelflauten gefährdet. Mit dem Bau zusätzlicher Heizkessel verliert die MVV die Förderbeträge für die Kraft-Wärme-Kopplung, was neben den Investitionskosten von mindesten 100 Millionen Euro unweigerlich zu einer geschätzten Verdopplung der Fernwärmekosten führt.

Darüber hinaus wäre die MVV ohne das GKM nicht mehr in der Lage, Industrie und Gewerbe in der Region und die Deutsche Bahn mit Strom zu versorgen. Dieser müsste dann teuer von Atom- und Kohlekraftwerken im Ausland importiert werden.

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Von
Joachim Schubert
Ort
Mannheim
Datum

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3sAmCu0

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