Im stillen Kämmerlein nicht gehört?

Von 
Leserbrief-Schreiber: Werner Himmele
Lesedauer: 

Zum Artikel „Einzelne Gemeinden laden wieder zu Gottesdiensten ein“ vom 15. Januar:

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Drei Überschriften auf der Titelseite des „MM“ untereinander:

1. „Kirchen laden wieder zu Gottesdiensten ein“

2. „Grundschulen bleiben zu“

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3. „Mannheimer Maimarkt erneut abgesagt“

Ich musste sie drei mal lesen, um sie zu begreifen. Was erlaubt sich diese Religionsgemeinschaft noch alles? Eine „Gemeinschaft“, die hauptsächlich ihren Egoismus durchsetzen will, die immer noch Kinderschänder schützt, die immer noch mit ihren abstrusen und heuchlerischen Predigten die gläubigen Mitglieder beim „Glauben“ halten will. Einigermaßen beruhigte mich der Kommentar, den Peter W. Ragge geschrieben hat. Er ist in meinem Sinn und trifft bestimmt auch die Meinung vieler Leser, aber ist für mein Verständnis noch zu mild. Und nun zum großen Artikel, Seite 9: Ich frage mich: Werden die Betenden nicht von Gott gehört, wenn sie zu Hause im stillen Kämmerlein zu ihm beten? Wirkt es besser, wenn von der Kanzel verkündet wird, was sie zu beten haben?

Schwache Botschaft

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„Einzelne Gemeinden laden wieder zum Gottesdienst ein.“ Der Ältestenkreis habe „lange gerungen – wir haben es uns nicht leicht gemacht“, sagt Pfarrer Stefan Scholpp. Ich füge hinzu: „Aber letztendlich hat sich unser Egoismus durchgesetzt.“ „Nur 150 Personen dürfen bei uns rein“ – welche Dreistigkeit! Wo wir Normalbürger immerhin nur eine Person empfangen dürfen, entweder Tochter oder Schwiegersohn. Nein, Herr Scholpp, „eine Kirche, die aufhört Gottesdienste zu feiern“, hört nicht auf zu existieren, aber Kleinkunstbühnen, Kinos, Theater und Konzerte, Gasthäuser, Hotels, Einzelhändler und, und, und.

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Wenn Gläubige „einen Beistand und Ansprache brauchen“, sollte sich mal der Ältestenkreis auf die Beine machen, eine Besuchsperson ist ja erlaubt. Dekan Karl Jung: „Gott ist da und wir sind da. Das ist unsere Botschaft.“ Ist das nicht eine schwache Botschaft? Wo ist Gott? Anscheinend im Himmel, nicht auf Erden.
Werner Himmele, Manheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2YiALh3