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Herzblut ist verloren gegangen

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Zur Absage des Auftritts von Frederic Hormuth beim Kulturbeirat:

Erneut sagt der Kulturbeirat Bürstadt eine Veranstaltung ab, wie so oft in den letzten Monaten und Jahren. Corona hält her für ein Missmanagement, desaströse Verkaufszahlen und blauäugige Terminplanung mit gleich mehreren Veranstaltungsangeboten innerhalb kürzester Zeit. Lange habe ich mir überlegt, dazu Stellung zu beziehen oder alles weiter so hinzunehmen.

Der Einschätzung des neuen Vorsitzenden Roland Weinz, „die Leute sind nach der Pandemie immer noch sehr vorsichtig“ stimmt einfach nicht. Beim richtigen Veranstaltungsangebot ist eine entsprechende Nachfrage überall vorhanden, siehe Gerd Dudenhöffer oder Veranstaltungen in nah und fern! Überall strömen die Menschenmassen. Es bleibt festzustellen, dass sich die Kulturarbeit der Stadt in den letzten Jahren im Sinkflug befindet – und das schon vor Corona. Viele Angebote floppten besuchermäßig, worüber gerne der Mantel des Schweigens gelegt wird.

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Da hilft auch das unpassende Ikea-Mobiliar nicht, um den Bürgerhaussaal optisch auszufüllen. Die Zahl an Flops in den letzten Jahren nimmt mittlerweile beängstigende Züge an. Ich entsinne mich zurück. Seitdem ein fast zwei Jahrzehnte lang erfolgreich agierender verantwortlicher Mitarbeiter 2017 völlig überraschend ins Bauamt beordert wurde, geht es im Kulturbereich bergab. Den auserkorenen Nachfolgern fehlt es offensichtlich an ausreichendem Wissen, Organisationsgeschick, Fingerspitzengefühl, persönlicher Identifikation – das Herzblut ist verloren gegangen. Kaum oder schlechte Werbung, überhöhte Preise, undurchdachte Terminansetzungen: Kein Fettnäpfchen wird ausgelassen.

„Der Vorverkauf war vor der Pandemie durchgehend gut“ meint ein Kulturbeiratsvorsitzender, der einige von zahlreichen Bruchlandungen (Lisa Feller, Die Magier, Scherer) offensichtlich vergessen hat. Schade für diese Fehleinschätzungen der städtischen Kulturarbeit, die einmal Vorzeigecharakter hatte.

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