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Hallervorden hat bewusst auch Kommunisten genannt

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Zum Artikel „Peinlicher NS-Vergleich“ vom 26. August:

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Eine echte Mogelpackung ist der oben genannte Artikel im Feuilleton des „Mannheimer Morgen“. Dem pflichtgemäßen Erschrecken der geneigten Leserschaft angesichts der Überschrift, in der von Dieter Hallervordens „peinlichem NS-Vergleich“ die Rede ist, folgt beim Lesen des Berichts die Erleichterung darüber, dass der Komiker mit seinen Worten gewissermaßen nur den Forschungsstand der historischen Linguistik wiedergegeben hat. Er liegt damit vollkommen richtig.

Ja, die Nationalsozialisten haben damals genauso wie später die DDR-Sozialisten Sprachreinigung beabsichtigt. Den einen ging es um das Ausmerzen der fremdsprachlichen Einflüsse, vor allem aus den romanischen Sprachen, den anderen waren beispielsweise die christlichen Sprachspuren ein Dorn im Auge. Da die Nazis und Kommunisten an der Macht waren, sind solche Versuche als Elitenangriffe auf die Sprache zu werten, um einen Sprachwandel zu erzwingen.

„Von oben“, wie Hallervorden sich ausdrückt und damit die Parallele zu feministischen Politikern und identitätspolitischen gesinnten Zeitgenossen heutzutage zieht, die ebenfalls an der (kulturellen) Macht sind und den Bürgern das „Gendern“ in Verwaltungen, Schulen und am Arbeitsplatz oktroyieren wollen, um die Sprache von vermeintlichen Spuren patriarchaler Herrschaft zu reinigen. An dieser Beschreibung ist nichts peinlich, und um einen NS-Vergleich handelt es sich schon gar nicht. Hallervorden hat ja bewusst auch die Kommunisten genannt, insofern könnte man von einem Totalitarismusvergleich sprechen.

 

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Stefan Hoffmann
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