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Hängt auch von Wille ab

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Zum Debattenbeitrag „Gelten in unserer Gesellschaft die gleichen Chancen für alle, Herr Altieri?“ vom 4. September:

Die Antwort gibt der Autor: Nein, gleiche Chancen gibt es nicht. Der akribischen Sammlung von Daten und Fakten kann nicht widersprochen werden. Es ist auch nicht verwunderlich. Allein durch unseren genetischen Werdegang, unsere Veranlagung von Stärken und Schwächen ist Chancengleichheit auf ein Studium beispielsweise nicht gegeben. Das aber mit Diskriminierung gleichzusetzen, ist fragwürdig.

Finanziell stärkere Haushalte haben mehr Möglichkeiten, doch die Chance zur Bildung muss auch genutzt werden wollen, dies ist eine Kopf- und Willenssache und hängt kaum von sozialer Herkunft ab. In puncto Ungerechtigkeit hat sich im Laufe der Geschichte einiges verbessert, betrachtet man nur die Entwicklung der Rechte für die Frau. Die große Mehrheit tut sich leichter, über Unrecht zu lamentieren, als über die schönen, oft kleinen Dinge des Lebens zu sinnieren.

Keine Garantie für Zufriedenheit

Analysen über Gerechtigkeit sind in Maßen sinnvoll, nehmen sie überhand, schüren sie eher Neid und Missgunst. Bei der Berufswahl spielt oft systemrelevantes, hierarchisches oder monetäres Denken eine Rolle anstatt der Berufung, eigene Talente einzubringen, zu folgen. „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“, oder „Handwerk hat goldenen Boden“ haben leider immer weniger gesellschaftliche Bedeutung, doch garantieren sie mehr persönliche Zufriedenheit als vielleicht besser bezahlter Dienst am System und Kapital.

„Jeder ist seines Glückes Schmied“ verspricht Chancengleichheit, die persönliche Realisierung dieses Sprichworts zur eigenen Zufriedenheit hängt wieder von Kopf und Willen ab. Bessere Bezahlung oder eine höhere Sprosse auf der Karriereleiter haben auch negativen Begleiterscheinungen. Oft sind Gewissenskonflikte vorprogrammiert. Und obwohl sich viele Menschen ein langes Leben wünschen, ist auch eine lange Lebensdauer keine Garantie für Zufriedenheit.

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Von
Jörg Biberacher
Ort
Mannheim
Datum
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3Ce43PA 

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