Gorbatschow bei Wiedervereinigungsfeier nicht erwähnt

Lesedauer

Zum Thema Tag der Deutschen Einheit:

Wenn man die Berichte über die Veranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit liest, kommen einem die alten Sprichwörter „Undank ist der Welt Lohn“ und „Eigenlob stinkt“ in den Sinn. Bei uns veranstaltete die CDU die Feier und sparte nicht an Lob für ihre damaligen Funktionäre für die Wiedervereinigung unter Kanzler Helmut Kohl. Dabei wäre als Wegbereiter auch Egon Bahr zu erwähnen. Der bürokratische Stand im Amt für die Deutsche Einheit geriet in Überraschung über den desolaten Zustand in der DDR, wobei jeder Handelsvertreter weit besser informiert und keinerlei Startposition vorbereitet war.

Die eindeutige Hauptperson war der überhaupt nicht genannte Staatspräsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow, der auch den Kalten Krieg beendete und danach den Friedensnobelpreis erhielt.

Bei der Wiedervereinigungsfeier „vor Ort“ in Erfurt war ebenfalls über Gorbatschow kein Wort zu lesen. Dafür klang noch ein gewisser Graben Ost-West durch. Also auch keine Erwähnung oder dankbares Gedenken an den kurz vorher am 10. August gestorbenen Michail Gorbatschow.

Straße oder Platz benennen

Es war nicht nur ein „absoluter Glücksfall“. Es ist für uns Deutsche beschämend, dass zu seiner Bestattung am 3. September in Moskau des gewesenen Staatsoberhaupts, dem wir hauptsächlich unsere Wiedervereinigung zu verdanken haben, kein hochrangiger Repräsentant unseres Landes gefahren ist, adäquat wie bei der englischen Queen, wenn auch in geringerer Dimension.

Es war undankbar, dass bei den vergangenen Jubiläumsfeiern unserer Wiedervereinigung Herr Gorbatschow nicht eingeladen war, solange er gesundheitlich noch hätte kommen können. Jetzt bleibt nur noch der Vorschlag oder Antrag an Stadtverwaltung und Gemeinderat, posthum eine wesentliche Straße oder Platz in unserer Stadt nach Michail Gorbatschow zu benennen, um ihn in dankbarer Erinnerung zu behalten. Das wäre immerhin noch aktueller und sinnvoller, als die Straßenumbennung gegen den Willen der Einwohner in Rheinau war. Und es wäre mal „Mannem vorne!“

Versandform
Von
Jörg Wichert
Ort
Mannheim
Datum

Mehr zum Thema

Kommentar Mittelstürmer-Krise beim DFB: Sehnsucht nach Choupo-Moting

Veröffentlicht
Kommentar von
Alexander Müller
Mehr erfahren

Kommentar WM-Spiele in Katar: Ganz falscher Ort, ganz falsche Zeit

Veröffentlicht
Kommentar von
Steffen Mack
Mehr erfahren