Geschehnisse in Leserbrief verdreht

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Zum Leserbrief „Zum Radwegenetz“ vom 21. November:

Die Behauptung von Leserbriefschreiber Ulrich Schäfer, ich sei „mitverantwortlich“, dass ein Radschnellweg durch Kleingartenanlagen und das Ackergelände des Landschaftsschutzgebietes gebaut wird, verdreht in absurder Weise die Geschehnisse. Diese lassen sich durch die Berichte im „Mannheimer Morgen“ in Erinnerung rufen: Es ist richtig, dass ich für mehr Radschnellverbindungen in Mannheim plädiere, allerdings in einer für die Landschaft verträglichen Form.

Die Trasse durch die Feudenheimer Au wurde bereits am 25. Januar 2019 im Gemeinderat beschlossen, also lange bevor ich mich als neuer Bezirksbeirat zu Wort melden konnte. Zwar hatte ich die Zerschneidung von Kleingärten und Äckern hörbar kritisiert, doch das Planungsverfahren war schon so weit fortgeschritten, dass Änderungen kaum realistisch schienen. Daher versuchte ich im Januar 2020, die Debatte mit einem Kompromissvorschlag neu zu eröffnen.

Dieser zielte (erstens) darauf, die Trasse an den äußersten Rand der Äcker zu verlegen und (zweitens) eine Landschaftszerstörung durch einen 130 Meter langen vom Aubuckel herabführenden Brückensteg zu verhindern, beziehungsweise durch eine ebenerdige Unterführung zu ersetzen („MM“ 22. Januar 20). Der Vorschlag hätte gleichzeitig zum Erhalt fast sämtlicher Kleingärten geführt. Für diesen Änderungsantrag haben sich alle Parteien im Bezirksbeirat ausgesprochen („MM“ 28. Februar 20), darunter sogar Radweg-Gegner.

Nun dürfte erstaunen, dass auch Herr Schäfer diese Initiative begrüßte und mir am 8. Januar 20 eine Mail mit den Worten „sehr gut“ schrieb! Soweit sein Urteil damals. Meinungsänderungen sind legitim. Aber es ist schlechter Stil, den Kampf um die Meinungshoheit in eine wahrheitswidrige Erzählung zu hüllen. Wahr ist, dass die ursprünglich vom Gemeinderat beschlossene Trassenführung weit mehr Schaden in der Au-Landschaft verursacht hätte.

Gleichzeitig wäre der Radverkehr (auch für Schüler) über eine vielbefahrene Kreuzung mit Schwerlastverkehr geführt worden. Dies konnte verhindert werden. Dass sich die vom Bezirksbeirat präferierte Lösung nicht in allen Punkten durchsetzen ließ und teils unnötig Grünland unter die Baumaschinen geriet, ist äußerst ärgerlich. Aber dies ist ja nicht die Schuld derjenigen, die für eine umweltverträglichere Lösung eingetreten sind.

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Von
René Leicht
Ort
Mannheim
Datum

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3F948r9

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