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Genossenschaften für Windräder

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Sicher – besonders überzeugend wirkt es nicht, wenn Bürger grüne Energie in Gestalt von Windrädern theoretisch freudig bejahen, sie aber heftig ablehnen, wenn sie in Sichtweite kommen. Und grüne Stromtarife und grüne Politik gleich mit – wenn es richtig ist, was die Mannheimer Untersuchung herausgefunden haben will. Man weiß: So kann aus der Energiewende nichts werden, die wir doch wollen, schon damit unsere Enkel hier auch noch leben können.

Andererseits. Ein bisschen verständlich ist es schon. Mit Windstrom wird nämlich Geld verdient, richtig Geld. Aber nicht durch die Bürger vor Ort, die haben nur die Nachteile; den Vorteil der Rendite haben andere. Meist sind das große Firmen, Investorengruppen, manche regional operierend, manche bundesweit oder international.

Einfluss auf das Geschehen

Was hat der Bürger davon? Gut – er kann sich beteiligen. Zwar bekommt der Bürger hier wirklich Zinsen für seine Geldanlage, aber mehr auch nicht, er bleibt anonym und hat keinerlei Einfluss darauf, was mit seinem Kapital geschieht. Mehr Einfluss, mehr Transparenz und mehr Nähe kann der Bürger bei kommunalen Windparks erwarten. Etwaige Gewinne wandern in den kommunalen Haushalt und finanzieren dort kommunale Projekte.

NGOs wie das von Hermann Scheer selbst gegründete „Eurosolar“ bevorzugen oft diese kommunale Variante. Einen direkten Einfluss auf das Geschehen rund um „seinen“ Windpark hat der Bürger nur, wenn er einer entsprechend qualifizierten Genossenschaft beitritt, die die Anlage betreibt. Solche Genossenschaften gibt es besonders in den Nordländern, zum Beispiel Schleswig-Holstein.

Bemerkenswerterweise ist der Widerstand gegen Windparks – trotz viel höherer Windrad-Dichte pro 1000 Einwohner – dort sehr viel geringer als im Süden, wie Robert Habeck, ehemals Minister dort, immer wieder betont. Also hat das Ausmaß des Protestes sehr wohl etwas damit zu tun, wie aktiv und transparent beteiligt die Bürger sind. Ich frage mich, warum solche erfolgreichen Modelle bei uns in der Rhein-Neckar-Region kaum zu finden sind. Liegt es am fehlenden Wind? Auch auf den Höhen des Odenwaldes oder Pfälzer Waldes? Oder hat die Vorgängerregierung die Windparks so erfolgreich ausgebremst?

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Mannfred W. Hellmann, Viernheim
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3FneNg4

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